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Stoltzes Spott über die Staatsbahn

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Bernhard Hager liefert im Eisenbahnjahrbuch neue alte Anekdoten. Die Texte werden mit Karten und Faksimiles illustriert.

Spielbank, Kaiser und S-Bahn-Takt – 150 Jahre Frankfurt-Homburger Eisenbahn“ lautet der Titel eines Aufsatzes im aktuellen Jahrbuch der Eisenbahngeschichte. Der Historiker Bernhard Hager skizziert auf 19 Seiten die Entwicklung der Bahnlinie von den Anfängen bis zur Gegenwart – deren Marksteine vor allem die Elektrifizierung im Jahr 1970 und der Beginn des S-Bahnbetriebs acht Jahre später sind. Die Texte werden mit Karten, Faksimiles, etwa von alten Fahrplänen und Fotografien, illustriert. Hager widmet zudem zwei Kapitel der Vernetzung der Linie mit der Bäderbahn Wiesbaden-Bad Nauheim und der Taunusbahn.

Auch wenn der Titel des knapp einhundertseitigen Buches in erster Linie Eisenbahnfreunde und -historiker anspricht, ist Hagers Abhandlung auch für Laien lesbar. Dazu tragen beispielsweise Exkursionen zur Lokalgeschichte bei, wie die um die Spielbankgründer, die Brüder Blanc. Hintersinnigen Humor gibt es auch: Hager zitiert den Frankfurter Mundartdichter Friedrich Stoltze und sein Gedicht „Salomonisches Urteil“. Es handelt von einem Diebstahl im Weißkirchener Bahnhof. Dabei soll der Dieb den verzwickten Grenzverlauf zu seinen Gunsten ausgenutzt haben. Die Territoriallinie zwischen Nassau und Hessen-Darmstadt verlief quer durch das Bahnhofsgebäude. ( sun)

Jahrbuch für Eisenbahngeschichte 2010/2011, ISBN 978-3-937189-543, 19,80 Euro

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