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Stinkendes Trinkwasser

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Von: Miriam Keilbach

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Das Wasser in Oberursel wird zur Sicherheit gechlort.
Das Wasser in Oberursel wird zur Sicherheit gechlort. © Rumpenhorst/dpa

Die Stadtwerke Oberursel chloren das Trinkwasser, um Bakterien abzutöten. Der Geruch sört die Oberurseler. Sie befürchten außerdem Folgen für die Gesundheit. Die Stadtwerke prüfen deshalb eine teure Alternative zur Wasserreinigung.

Die Stadtwerke Oberursel chloren das Trinkwasser, um Bakterien abzutöten. Der Geruch sört die Oberurseler. Sie befürchten außerdem Folgen für die Gesundheit. Die Stadtwerke prüfen deshalb eine teure Alternative zur Wasserreinigung.

Geruch aus dem Wasserhahn, das ist nicht gerade ein Genuss beim morgendlichen Zähneputzen. In Internet-Foren fragen Oberurseler Bürger, woher der Geruch kommt. „Bei mir riecht es auch komisch, kann es gar nicht beschreiben, irgendwie gasig, manchmal auch nach Chlor. Dachte schon ich habs an der Nase“, schreibt eine Userin.

Die Lösung ist einfach: Bereits seit Mitte/Ende der 90er-Jahre geben die Stadtwerke Oberursel Chlordioxid in das Trinkwasser, das aus dem Taunus kommt. Das betrifft die Innenstadt, Bommersheim, Oberstedten und Teile von Stierstadt – insgesamt 80 Prozent des Wasserbedarfs von Oberursel.

Die Chlorung ist wichtig zur Reinigung des Wassers, erklären die Stadtwerke. „Wasser, das nicht aus einem Brunnen kommt, sondern Kontakt mit der Oberfläche hat, muss gesondert gesäubert werden“, sagt Stadtwerke-Chef Jürgen Funke. Bei der Chlorung des Bergwassers handle es sich um eine Sicherheits-Chlorung. „Wir können das Wasser auf zwei Arten aufbereiten, zum einen mit Chlordioxid, zum anderen mit einer UV-Desinfektion“, sagt er.

Die UV-Desinfektion alleine reiche aber nicht immer aus, manchmal seien die Werte zu hoch, daher geben die Stadtwerke 0,07 mg/Liter Chlor dazu. „Das liegt weit unter dem Grenzwert von 0,2 mg/Liter“, sagt Funke. „Das Chloren ist das übliche Verfahren in Deutschland“, sagt er. Durch das Chlor werden mögliche Bakterien abgetötet, die über den Oberflächenkontakt des Wassers hinein gelangen können.

Eine Alternative gibt es, die Ultrafiltration. Um das Verfahren nutzen zu können, würde aber ein mehrfacher Millionenbetrag anfallen, so Funke. Bislang würden nur rund 50 der 7000 Versorger Ultrafiltration nutzen. „Die Technik ist noch neu, aber wir werden das genau prüfen“, so Funke. Das Chlor ist im Gegensatz zur neuen Technik deutlich günstiger.

„Die neue Variante war Thema im letzten Grund- und Trinkwasserbericht“, sagt der Erste Stadtrat Christof Fink. Man müsse klären, wie sich die Investition auf die Wasserpreise auswirke. „Die Stadtwerke gehen verantwortlich mit dem Wasser um, aber jede Vermeidung von Chlor ist gut“, sagt Fink, „aber das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen“.

„Wer weiß, was für Langzeitschäden es verursacht“, schreibt eine Userin in einem sozialen Netzwerk. Schädlich, sagt Funke, sei das Chlor nicht. „Wir halten uns an die Trinkwasserverordnung, daher ist das Wasser gut und sauber“, so Funke. Die Mitarbeiter in den Stadtwerken würden einen Wassersprudler nutzen, um das Wasser aus dem Hahn aufzubereiten. „Und es sind alle gesund.“ Von Ausschlägen habe er nie gehört. „Es gibt sicher sensiblere Menschen und wir hatten in den letzten zwei Jahren auch rund 50 Anrufe zu dem Thema, aber bei 48000 Nutzern ist das nicht so viel“, sagt Funke.

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