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Stillstand auf altem Klinikareal

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Von: Torsten Weigelt

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Das ehemalige Krankenhausgebäude steht seit mehreren Jahren leer.
Das ehemalige Krankenhausgebäude steht seit mehreren Jahren leer. © Rolf Oeser

Die Linke will, dass Studenten und anerkannte Flüchtlinge vorübergehend auf dem alten Krankenhaus-Areal wohnen können. Doch der Kreistag lehnt eine Zwischennutzung ab. Der Bebauungsplan lässt derweil auf sich warten.

Wohnraum ist knapp. Das gilt für Bad Homburg fast noch mehr als für die meisten anderen Kommunen im Rhein-Main-Gebiet. Eine der wenigen Möglichkeiten, in überschaubarer Zeit Abhilfe zu schaffen, wäre das ehemalige Krankenhausareal an der Urseler Straße.

30 000 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. Und es gibt auch bereits einen Vertrag zwischen der Stadt und dem Hochtaunuskreis als Eigentümer, dort ein innerstädtisches Wohngebiet zu entwickeln. Konkret geschehen ist in dieser Hinsicht seit dem Auszug der Hochtaunuskliniken 2014 jedoch nur wenig.

Für Verzögerung hatte vor allem die Absicht der hessischen Landesregierung gesorgt, im Hauptgebäude des alten Krankenhauses eine Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 750 Flüchtlinge einzurichten. Daraus ist jedoch nie etwas geworden. Inzwischen ist der Mietvertrag aufgelöst, der Hochtaunuskreis kann wieder über das Gebäude verfügen.

Das hat nun die Linke auf den Plan gerufen. Im Kreistag hatte Sprecherin Stefanie Lohnes beantragt, eine „Zwischennutzung“ der Immobilie zu prüfen, und dabei die Vermietung an Studenten, anerkannte Flüchtlinge oder andere Menschen mit geringem Einkommen ins Spiel gebracht. Schließlich habe das Land einen Teil des Gebäudes für viel Geld hergerichtet.

Dazu wird es jedoch nicht kommen. Außer den Grünen wollte keine andere Fraktion den Linken-Vorstoß unterstützen. Der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU) wies darauf hin, dass das Land in dem ehemaligen Klinikgebäude eine Notunterkunft einrichten wollte. Entsprechend sei die Ausstattung. So gebe es keine Toiletten in den Zimmern. Für die Flüchtlinge seien Container im Hof vorgesehen gewesen. Hinzu komme, „dass es im derzeitigen Gebäudezustand weder in den Zimmern noch sonstwo im Gebäude Möglichkeiten gibt, zu kochen oder sich zu waschen, noch dass es eine bauordnungsrechtliche Genehmigung für eine solche Nutzung gibt“, ergänzte die Kreisverwaltung gestern in einer Stellungnahme.

„Das ist nicht vergleichbar mit ordentlichem Wohnraum“, so Kraft. Um diesen zu schaffen, müsste der Kreis noch einmal viel Geld in die Hand nehmen. Und das sei nicht vorgesehen. Zumal der Kreis das Ziel verfolge, das Grundstück möglichst bald zu verkaufen, „unabhängig von der baurechtlichen Situation“. Geplant ist ein Investorenwettbewerb.

Bevor das Klinikareal in ein Wohngebiet umgewandelt werden kann, fehlt allerdings noch der Bebauungsplan. In der Kreistagssitzung mahnten mehrere Redner ein höheres Tempo an. „Der Abschluss des Verfahrens ist dringend notwendig“, forderte etwa der Fraktionsvorsitzende der FDP, Stefan Naas. Schließlich würden Kreis und Stadt inzwischen von schwarz-roten Koalitionen regiert, da sollten Reibungsverluste der Vergangenheit angehören.

Bis die ersten Bagger rollen, wird jedoch noch einige Zeit vergehen. Wegen der Pläne des Landes habe sich die Bad Homburger Stadtverwaltung auf andere Baugebiete wie das Areal Am Hühnerstein und das Vickers-Gelände konzentriert, teilte Rathaussprecher Andreas Möring mit. „Für eine sofortige Wiederaufnahme des Fadens am alten Klinikum würden im Moment die Kapazitäten nicht ausreichen.“

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