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Stiftung rettet das Kulturleben

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Mit Durchblick: Jürgen Kussak in der Holzwerkstatt der Friedrichsdorfer Sommerakademie.
Mit Durchblick: Jürgen Kussak in der Holzwerkstatt der Friedrichsdorfer Sommerakademie. © FR/Müller

Friedrichsdorf ist klamm. Deshalb spart die Hugenottenstadt an vielen Stellen - aber die Sommerakademie bleibt unbehelligt. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Dank der Kulturstiftung Friedrichsdorf droht der finanziell schwer angeschlagenen Hugenottenstadt keine Kulturwüste. Zum achten Mal veranstaltet die Stiftung in diesem Jahr die Sommerakademie mit acht Werkstätten für ambitionierte Freizeitkünstler. Daneben engagiert sich die Stiftung mit dem Rockband-Wettbewerb und dem Henningerpreis auf dem Musiksektor. Als weiteres Projekt hat die Kulturstiftung den Skulpturenpfad entwickelt.

Derzeit brüten die Stadtverordnetenfraktionen darüber, wie sie das Haushaltsdefizit von derzeit 8,6 Millionen Euro minimieren können - zumindest für 2011. Denn für das laufende Jahr haben sie sich mit dem Riesenloch im Stadtsäckel zufrieden gegeben, der Haushalt ist bereits durch die Finanzaufsicht beim Hochtaunuskreis genehmigt worden.

Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) hat den Fraktionen eine Liste mit allen freiwilligen Leistungen der Stadt vorgelegt. Die hat ein Volumen von 5,6 Millionen Euro. Betroffen sind unter anderem das Schwimmbad, die vier städtischen Sportplätze, die Stadtbücherei, kulturelle Veranstaltungen, die Kinderhorte, die betreute Grundschule, die Minigolfanlage und die Vereinszuschüsse. Bis Juni haben die Stadtverordneten Zeit, eine "Liste der Grausamkeiten" vorzulegen.

Nicht davon betroffen ist die Friedrichsdorfer Sommerakademie, denn die wird ausschließlich von der Kulturstiftung finanziert. Sie wurde im Jahr 2000 gegründet, als die Mainova wegen ihres Engagements für den Frankfurter Nahverkehr von der Gewerbesteuer befreit wurde. Dagegen protestierte unter anderen die Stadt Friedrichsdorf, die jährlich umgerechnet 60000 Euro an Steuern vom Frankfurter Energieversorger kassierte. Aus den Protesten ging die Idee der Kulturstiftung hervor, deren Kapital aus Einlagen der Mainova und der Stadt aufgebaut wurde. Gestern meldete die Kulturstiftung, dass die Mainova das Kultur-Kapital um 70000 Euro erhöht hat. "Derzeit beträgt das Stiftungskapital rund 850000 Euro. Aus den Zinserträgen finanzieren wir unsere Projekte und vergeben auch mal ein Stipendium", so Burghardt, der Stiftungsvorsitzender ist.

Acht Projekte bietet die Sommerakademie vom 9. bis 13. August an. Neu ist in diesem Jahr die Hip-Hop-Tanzwerkstatt unter Leitung von Peter von Dzerzawa, der als Leiter der "Motionz Hip Hop and Streetdance School" in Darmstadt über reichlich Erfahrung verfügt. Die Kunstwerkstatt mit dem Schwerpunkt Holz ist bereits ausgebucht. Geleitet wird sie vom Oberurseler Holzbildhauer Eberhard Müller-Fries.

Für die Kunstwerkstatt Graffiti kam gibt es nur noch wenigge freie Plätze. Dozent ist Benjamin Theodor, bekannt geworden durch die neue Gestaltung der Bahnhofsunterführung in Friedrichsdorf. Die Musikwerkstatt hat die drei Schwerpunkte: Gesang mit Gabriele Zimmermann, Kammermusik mit der Cellistin Mercedes van Gunsteren sowie Klavier mit den Pianisten Thomas Herrmann und Lars Keitel.

Die Schreibwerkstatt mit dem Schriftsteller Harry Oberländer widmet sich in diesem Sommer dem Schreiben als Reise und Abenteuer. Neue Wege geht die Theaterwerkstatt für Jugendliche mit Nina Hecklau. Die Gruppe entwickelt eine Castingshow.

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