Hochtaunus

Stiftung beschleunigt Schulneubau

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Mit acht Millionen Euro unterstützt die Hans-Magiera-Stiftung die Helen-Keller-Förderschule. Der Umzug in die neuen Räume ist für das Schuljahr 22/23 geplant.

Durch die millionenschwere Hilfe der Hans-Magiera-Stiftung kann der Hochtaunuskreis den Neubau eines Teils der Oberurseler Helen-Keller-Schule deutlich früher in Angriff nehmen als geplant. Das haben Vertreter der Stiftung und des Kreises am Montag bei einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Demnach wird die in Bad Homburg ansässige Stiftung nahezu ihr ganzes Vermögen für den nötigen Teilneubau der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige und körperlich-motorische Entwicklung verwenden. Damit erfülle man nicht nur den Stiftungszweck, sondern auch den Wunsch der Stiftungsvorsitzenden Gisela Magiera, erklärte Finanzvorstand Uwe E. Flach. „Wir konzentrieren unsere Mittel auf diesen Bau.“ Magiera selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen an dem Termin nicht teilnehmen.

Acht Millionen Euro stellt die Stiftung für den Umbau der Helen-Keller-Schule zur Verfügung. Darüber hinausgehende Kosten übernimmt der Hochtaunuskreis, der als Schulträger für Bau und Unterhalt der Lehranstalten in seinem Einzugsbereich zuständig ist. Nach aktueller Berechnung sind das 1,3 Millionen Euro.

Durch die großzügige Unterstützung der Magiera-Stiftung sei es möglich, den schon länger geplanten Teilneubau der Förderschule vorzeitig anzugehen, sagte Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs (CDU). Angepeilt habe man bislang die zweite Hälfte der 2020er Jahre.

An der Helen-Keller-Schule an der Ecke Marxstraße/Im Portugall werden derzeit 92 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren unterrichtet. Der Neubau biete die Chance, die Schülerzahl auf 120 zu erhöhen, teilte der Landrat mit. Er betonte, dass der Hochtaunuskreis neben der Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Regelschulen auch weiterhin spezielle Förderschulen anbieten werde. „Es ist uns ernst mit dem Elternwahlrecht.“

Wenn alles glatt geht, könnten Schüler und Lehrer im Laufe des Schuljahres 2022/23 die neuen Räume beziehen. Dazu soll noch im Laufe dieses Jahres der Altbau der Helen-Keller-Schule, der aus den 1960er Jahren stammt, abgerissen werden. An seiner Stelle soll ein neuer Trakt mit Klassen- und Differenzierungsräume sowie einer Mensa entstehen. Erhalten bleiben soll der Ende der 1980er Jahre fertiggestellte Teil der Helen-Keller-Schule. Er befinde sich in einem „ordentlichen barrierefreien Zustand“, sagte der Leiter des Hochbaus im Landratsamt, Reiner Plomer.

Während der Bauarbeiten kann die Schule vorübergehend einen Teil des Altbaus der Hans-Thomas-Schule nutzen, der sich in direkter Nachbarschaft befindet. Seit dem Umzug der Thoma-Schule Anfang dieses Jahres an einen anderen Standort in Oberursel stehen die Gebäude leer.

Aus rechtlichen Gründen soll nicht der Hochtaunuskreis, sondern die Hans-Magiera-Stiftung Eigentümerin des neuen Gebäudetrakts der Helen-Keller-Schule werden. Dazu stellt der Kreis ihr per Erbbaurecht das 3530 Quadratmeter große Grundstück zur Verfügung. Vorgesehen ist ein Vertrag über 80 Jahre mit der Option einer zweimaligen Verlängerung um jeweils zehn Jahre.

Ein Erbbauzins fällt nicht an. Dafür verpflichtet sich die Stiftung zu einer engen Abstimmung mit dem Kreis. Der wird als Schulträger die Kosten für den Unterhalt der Schule übernehmen. Der Kreistag muss dem Vorhaben in seiner nächsten Sitzung am 1. Juli noch zustimmen.

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