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Treffen in Steinbach zur Fahrt nach Oberhöchstadt. J
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Treffen in Steinbach zur Fahrt nach Oberhöchstadt. J

Verkehrspolitik

Taunus: Lücken im Radwegenetz schließen

Im Hochtaunus ist eine Prioritätenliste für ein Verkehrskonzept geplant.

Damit die Mobilitätswende gelingt, soll auch der Radverkehr gestärkt werden – nicht nur in, sondern auch zwischen den Kommunen. Das Planungsbüro rv-k, das im Auftrag des Kreises ein Radverkehrskonzept erstellt, hat nun einen ersten Zwischenbericht vorgelegt, für den Landrat Ulrich Krebs, Steinbachs Bürgermeister Steffen Bonk (beide CDU) und Kronbergs Rathauschef Christoph König (SPD) in die Pedale traten. Sie trafen sich in Steinbach, um von dort nach Oberhöchstadt und zurück zu radeln.

„Ich könnte mir vorstellen, dass das hier das Pilotprojekt für unser Radwegekonzept sein wird“, sagte der Landrat im Anschluss. Nicht ohne Grund: Denn die Strecke wird vor allem von Schüler:innen genutzt, die von Steinbach aus mit dem Rad zur Altkönigschule nach Oberhöchstadt fahren. Da ein Radweg fehlt und die viel befahrene Kreisstraße gefährlich ist, weichen sie auf Wirtschaftswege aus. Diese sind zum Teil jedoch schlecht befestigt. Dem Landrat schwebt nun vor, hier einen Radweg parallel zur Kreisstraße zu bauen. „Das ist genau die Art der direkten Verbindung, die wir im Kreis anstreben“, sagte Krebs.

Paul Fremer vom Planungsbüro hat mittlerweile rund 800 Kilometer Wegstrecke im gesamten Kreisgebiet in Augenschein genommen. Er wird jetzt eine Liste erstellen mit Vorschlägen, wie eine Vernetzung der verschiedenen Radwege aussehen könnte und wo es sinnvoll sei, Lücken im Radwegenetz zu schließen. Maßgeblich sind dabei die Verbindungen zu Bahnhöfen, Schulen und Ortszentren, aber auch zu den geplanten Radschnellwegen. Die Vorschläge können dann von Kommunen aufgegriffen werden, um ihr eigenes innerörtliches Radwegekonzept zu entwickeln und es mit dem Kreiskonzept zu verzahnen.

Es fehlen nur wenige Meter

Wie wichtig dieser Punkt ist, verdeutlichte Kronbergs Rathauschef: Für einen Radweg von Kronberg nach Schwalbach fehlen nur noch wenige Meter, aber in die Planungen müssten drei Kommunen und zwei Landkreise einbezogen werden. Und das mache die ganze Sache langwierig.

Der Maßnahmenkatalog inklusive Priorisierung, den Fremer erstellt, ist nicht gleichbedeutend mit einer Umsetzung. Sie geben aber den politischen Gremien wichtige Entscheidungshilfen, da bereits Naturschutz- und Landwirtschaftsaspekte berücksichtigt werden. Allerdings müssen dann auch noch die Kommunen mit ins Boot geholt werden, über deren Grund die Radwege laufen sollen. „Hessen Mobil“ gehört bereits zur Steuerungsgruppe, schließlich ist die Landesbehörde ebenfalls von den Planungen betroffen. „Ein Vorteil“, findet Fremer, denn „Hessen Mobil“ bereite seinerseits derzeit eine Priorisierung von Radwegevorhaben vor.

Gerade das Thema Landwirtschaft ist kompliziert, weiß Fremer, der schon für neun Landkreise solche Konzepte erstellt hat. „Wenn am Tag zehn Fahrradfahrer über einen Wirtschaftsweg fahren, ist das für die Landwirtschaft unproblematisch, bei 150 Radlern sieht das schon anders aus“, sagt er. Da komme es mitunter zu Spannungen. Andererseits könne die Ausweisung von Radwegen Druck von den Wirtschaftswegen nehmen, wovon die Landwirtschaft profitiere. Hier gelte es sorgfältig abzuwägen. „Wir werden sicherlich nicht jeden Wirtschaftsweg asphaltieren, ebenso wenig werden wir entlang jeder Kreisstraße einen Radweg bauen können“, dämpft Krebs allzu große Erwartungen.

Bis Ende dieses Jahres will das Planungsbüro dem Kreis die dezidierten Vorschläge unterbreiten.

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