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Neue Perspektive für Feuerwehr

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In die Jahre gekommen: Das Steinbacher Feuerwehrhaus an der Gartenstraße hat bald ausgedient. Christiane Paiement-gensrich
In die Jahre gekommen: Das Steinbacher Feuerwehrhaus an der Gartenstraße hat bald ausgedient. Christiane Paiement-gensrich © Paiement-Gensrich, Christiane

Grundstück steht zum Verkauf / Stadtverordnete beschließen Vorkaufsrecht

Steinbach - Es gibt keine Ersatzstromversorgung im Feuerwehrhaus. Ein Lagerraum für leicht entzündliche Betriebsstoffe fehlt. Die Umkleiden sind in der Fahrzeughalle, so dass Menschen verletzt werden können, wenn ein Fahrer mit einem Feuerwehrauto versehentliches rückwärts fährt. Es gibt zu wenige Toiletten und Duschen, weshalb giftige Stoffe nach Einsätzen unabsichtlich überall verteilt werden können. Und die Atemschutzwerkstatt ist viel zu klein (die Geräte werden von der Feuerwehr Eschborn gewartet). Das alles ist nur ein Auszug aus der Mängelliste, die im neuen Feuerwehr-Bedarfs- und Entwicklungsplan die Seiten zum Feuerwehrhaus an der Gartenstraße füllt. Das Stadtparlament hat den Plan für die Jahre 2021 bis 2030 jetzt einstimmig beschlossen. Klar ist schon lange: Das Steinbacher Feuerwehrhaus ist in die Jahre gekommen. Geplant wird deshalb schon seit geraumer Zeit ein neues Feuerwehrgerätehaus am künftigen St.-Florians-Weg am Stadtrand. Für Gebäude und Außenbereich werden insgesamt 2461,85 Quadratmeter benötigt. Der Neubau jedoch wird, weil der Haushalt 2023 defizitär ist, auf die Jahre 2024/25 verschoben. Fördermittel gibt es vom Land. Im kommenden Jahr sollen zunächst die Planungen weiter konkretisiert werden, erklärte Bürgermeister Steffen Bonk (CDU).

Vielleicht kann das neue Feuerwehrhaus dann auch so gebaut werden, wie es sich die Stadt gewünscht hätte. In den vergangenen Monaten war die Verwaltung von einer 1 -b-Lösung ausgegangen, weil sich ein Grundstücksgeschäft zerschlagen hatte. Das fragliche Grundstück liegt direkt neben dem Grundstück der Stadt, das neuer Feuerwehrstandort werden soll.

Hätte man beide Grundstücke zusammengefasst und sie dann zwischen dem privaten Grundstücksbesitzer und der Stadt neu aufgeteilt, wäre die Feuerwehrhaus-1-a-Lösung herausgekommen. Diese ist nun wieder in greifbare Nähe gerückt. Denn besagtes Privatgrundstück steht nun überraschend zum Verkauf, wie der Bürgermeister kürzlich festgestellt hatte.

Haus ohne Genehmigung

Die Stadt will sich das Terrain jetzt per Vorkaufsrechts-Satzung sichern. Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Galinski (SPD) bat das Parlament daher um Zustimmung zur Aufnahme eines entsprechenden Eilantrags auf die Tagesordnung. Das Grundstück werde derzeit auf Immobilienportalen angeboten, daher die Eilbedürftigkeit, erklärte er. Die Stadtverordneten waren einverstanden und stimmten später auch dem Vorkaufsrecht einmütig zu.

Zuvor hatte der Rathauschef berichtet, dass das Grundstück im Außenbereich liege und trotzdem mit einem Haus bebaut sei. Das Haus stehe dort schon jahrelang, eigentlich gebe es für solche Bauten im Außenbereich aber keine Genehmigung. „Ein städtebaulicher Missstand“, wie er sagte. Grund für die Vorkaufsrechtssatzung sei daher die Absicherung der städtebaulichen Ordnung.

Abgesehen von dem dringend benötigten neuen Feuerwehrhaus ist die Steinbacher Feuerwehr jedoch recht gut aufgestellt. Trotzdem müsse aber, laut Bedarfs- und Entwicklungsplan, in den nächsten Jahren die Verfügbarkeit der Einsatzkräfte an Werktagen verbessert werden. 36 Einsatzkräfte sollten an Werktagen zur Verfügung stehen. Der FDP-Stadtverordnete Dirk Hagen, der selbst 15 Jahre Stadtbrandinspektor war und jetzt Zugführer ist, unterstrich: „Die personelle Ausstattung ist der Schlüssel dafür, unseren hohen Sicherheitsstandard heute und in Zukunft zu halten.“

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