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Das neue Gewerbegebiet „Im Gründchen“  soll das klamme Steinbacher Stadtsäckel füllen.

Steinbach

Die Firmen stehen Schlange

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Das neue Gewerbegebiet „Im Gründchen“  soll das klamme Steinbacher Stadtsäckel füllen. Der Klebstoffhersteller Panacol macht den Anfang.

Der Wind hat sich gedreht. Vor fünf Jahren wäre es noch erheblich schwieriger gewesen, die Flächen in dem neuen Gewerbegebiet „Im Gründchen“ zu vermarkten, vermutet Steinbachs Bürgermeister Steffen Bonk (CDU). „Jetzt können wir eine Auswahl treffen.“

Das Interesse an Grundstücken für Firmenansiedlungen in der Rhein-Main-Region ist groß. Entsprechend schwierig sei es, ein geeignetes Areal zu finden, bestätigt Florian Eulenhöfer, Geschäftsführer des Klebstoffspezialisten Panacol.

Das Unternehmen ist bereits in Steinbach ansässig und setzt auf Wachstum. „Wir haben uns auch in der Umgebung umgesehen“, gibt Eulenhöfer zu. Doch das passende Grundstück hat Panacol dort nicht gefunden – und so entsteht die neue Firmenzentrale samt Entwicklungsabteilung und Produktion nur einen Steinwurf von der alten entfernt.

Knapp 10 000 Quadratmeter hat sich Panacol im „Gründchen“ zwischen Steinbach und Oberursel-Weißkirchen gesichert, plus noch einmal rund 5000 Quadratmeter, um für eine weitere Expansion gerüstet zu sein. Denn das Geschäft mit den Industrieklebstoffen brummt. Allein in diesem Jahr habe man bereits fünf neue Mitarbeiter eingestellt, sagt Florian Eulenhöfer.

In Steinbach beschäftigt Panacol, eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Dr. Hönle AG, nun 60 Menschen. Doch damit soll noch lange nicht Schluss sein. Wenn es nicht zu einem Konjunktureinbruch kommt, kann Eulenhöfer sich durchaus eine 100-köpfige Belegschaft vorstellen – in den nächsten drei bis vier Jahren. 15 Millionen Euro investiert Panacol in seinen neuen Standort. Ende Juni war offizieller Spatenstich; Ziel ist es, im Spätsommer 2020 in die neuen Gebäude zu ziehen.

Drei weitere Firmen sichern sich Flächen

Außer Panacol haben sich im „Gründchen“ bereits drei weitere Unternehmen Flächen gesichert. Dabei handelt es sich um das Spektroskopie-Unternehmen Tec 5, die Firma Löwenstein Medical Innovation, die unter anderem Beatmungsgeräte herstellt sowie die bereits ansässige Central Apotheke, die ähnlich wie Panacol expandieren möchte.

Von den insgesamt 4,3 Hektar sind „Im Gründchen“ nur noch zwei kleinere Grundstücke frei. Das eine ist etwa 4000 Quadratmeter groß und gehört der Stadt, das andere misst rund 2000 Quadratmeter und befindet sich in Privateigentum.

Beim Verkauf der Flächen gehe es nicht in erster Linie um einen möglichst hohen Preis, betont der Erste Stadtrat Lars Knobloch (FDP). Ziel sei, Firmen aus Zukunftsbranchen an Land zu ziehen, die für die kommenden Jahre einen stetigen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen versprechen. „Wir sind wählerisch“, sagt Knobloch.

Das neue Gewerbegebiet sei eminent wichtig für die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt, ergänzt der neue Rathauschef Steffen Bonk, der sein Amt am 1. Juli angetreten hat. Derzeit nimmt die 10 500-Einwohner-Kommune gerade einmal rund vier Millionen Euro pro Jahr über die Gewerbesteuer ein.

Um das neue Gewerbegebiet zu erschließen, entsteht am Ortsausgang ein Kreisel. Autofahrern steht dort derzeit nur eine Fahrspur zur Verfügung. Ab Dienstag, 23. Juli, müssen auch Fußgänger und Radfahrer auf dem Weg zum Bahnhof mit erheblichen Behinderungen durch die Arbeiten rechnen.

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