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Ein Stein erinnert an die Toten

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Rabbiner Shalom Dovber Rabinovitz entzündet das ewige Licht.
Rabbiner Shalom Dovber Rabinovitz entzündet das ewige Licht. © Weis

Am 68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz kommen rund 30 Menschen zu der kurzen Gedenkfeier in die Elisabethenstraße in Bad Homburg.

Von Jürgen Streicher

El Male Rachamim heißt das Gebet der Toten. Rabbiner Shalom Dovber Rabinovitz hat es am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus auf Hebräisch in Bad Homburg vorgetragen. Zu Ehren der Menschen, die im Nationalsozialismus in den vielen Konzentrationslagern ermordet wurden. Die ihr Leben gaben, wie es an einer Stelle des Gebets heißt. Jacob Donath von der „Initiative jüdisches Leben“ in der Kurstadt hat die deutschsprachige Fassung verlesen. Gestern, am Tag des Holocausts, am 68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Rund 30 Menschen, darunter Bürgermeister Karl Heinz Krug und Stadtrat Dieter Kraft, kamen zu der kurzen Gedenkfeier in die Elisabethenstraße.

„Den ermordeten jüdischen Bürgern unserer Stadt und allen Opfern nationalsozialistischen Unrechts zum Gedenken – den Lebenden zur Mahnung“. So steht es auf dem Denkmal an der ehemaligen Synagoge, wo heute der Spielplatz der Volkshochschule ist. 1866 entstand dort die Synagoge, die einen Tag nach der Reichspogromnacht im November 1938 angezündet wurde. Das Denkmal mit den vielen Opfernamen auf Bronzeplatten erinnert auch an die Zeit, als viele jüdische Intellektuelle in die Kurstadt kamen, rund 350 leben heute dort.

Seit einem halben Jahr haben sie auch wieder ein eigenes Jüdisches Gemeindezentrum, im Hinterhof einer Seitenstraße der Einkaufsmeile Louisenstraße, ohne genaue Angabe. Irgendwann, hoffen Jacob Donath und sein Vater Imrich, die treibenden Kräfte der Jüdischen Gemeinde und der Initiative, soll auch das Leben im Gemeindezentrum wieder offen und ohne Angst sein.

Zu Ehren der Opfer der Shoah zündete Rabbiner Shalom Dovber Rabinovitz gestern eine Kerze als Symbol für das ewige Leben an. „Ein Mensch ist dann erst tot, wenn auch die Erinnerung an ihn gestorben ist“, heißt es im Talmud. Zum Gedenken an tote Verwandte und Freunde legten die Besucher Steine auf das Denkmal.

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