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Rathaussturm in Oberursel
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Rathaussturm in Oberursel

Rathaussturm Oberursel

Statt Knall nur Konfetti

Bürgermeister Brum gesteht beim Rathaussturm die Pleite ein und übergibt die Stadt den Oberurseler Narren. Die wollen die Stellung bis Aschermittwoch verteidigen.

Von Sabine Maurer

Von wegen „Ruhetempel“ – so nannten zwar die Narren beim Ansturm am Samstag um 11.11 Uhr das Rathaus in Oberursel, doch von Ruhe konnte dort wirklich keine Rede sein. Mehrere hundert Menschen drängten sich vor der „Festung“ neben der Stadthalle. Vor dem Eingang des Rathauses stand Bürgermeister Hans-Georg Brum und verteidigte wacker die Stadtkasse und den Schlüssel. Seine Waffe? Das Wort.

Was die Narren denn überhaupt wollten, rief er in die Menge. „Die Rathauskasse ist doch leer!“

Doch einem echten Narren geht es nicht um Geld, er will die Macht! Und die bekam der Jecken-Anführer Prinz Frederick I. erwartungsgemäß auch. Zehn Minuten lang hielten Brum und seine Gefolgschaft den Ansturm aus, dann resignierte das Stadtoberhaupt: „Ich sehe ein, ich hab’ verloren. Ich zieh’ bis Aschermittwoch aus.“

SPD-Mann Brum hatte von Anfang an schlechte Karten. Sein Stellvertreter, der Erste Stadtrat Dieter Rosentreter (FDP), stärkt ihm nicht wirklich den Rücken. Er ist seit Jahren stets um diese Jahreszeit gänzlich der Narretei verfallen und wird vielerorts mit spitzer Kappe und rotem Jackett gesichtet. Die Narren hatten sich zudem am Samstag gut formiert und waren auf dem Weg zum Rathaus auf viele Verbündete getroffen. Auch ihre Kanone war viel besser. Sie knallte laut, während es aus der Kanone der Stadt nur „Puff“ machte und Konfetti regnete. Das kommt davon, wenn eine Stadt immer nur sparen muss.

Außerdem musste sich der Stadtchef sogar schon vor dem närrischen Nachwuchs in Acht nehmen. „Mit lustig ist jetzt Schluss“, drohte das Kinderprinzenpaar. Der „alte Sesselhocker“ solle sich davon machen. „Zum Regieren seid ihr viel zu klein“, meinte zwar Brum, doch die Kinder konterten sofort: „Wer meint, wir wären zu klein, der gehört ins Altersheim.“

Die Bediensteten im Rathaus haben jetzt neue Chefs, die sich bereits vor der Machtübernahme großzügig zeigten: „Wer Urlaub braucht, bleibt gleich zu Haus!“ Oder feiert bis zum bitteren Aschermittwoch mit den Narren. Kommenden Freitag gibt der „Kleine Rat 74“ zum Beispiel eine Party im Brauhaus. Das Motto: Himmel und Hölle. Karten gibt es im Brauhaus und beim Karnevalsverein Frohsinn.

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