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Starthilfe für geflüchtete Studenten

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Von: Torsten Weigelt

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Die Rotarier haben zusammen mit der Werner-Reimers-Stiftung ein Stipendien-Programm ins Leben gerufen, das einen Zugang zur Hochschul-Communtity eröffnet.

Damit Studenten oder Doktoranden, die aus ihren Heimatländern geflohen sind, in Deutschland an ihre akademische Ausbildung anknüpfen können, haben der Rotary-Club Bad Homburg-Schloss und die Werner-Reimers-Stiftung das „Academic Welcome Program“ ins Leben gerufen.

Zu einem Studienplatz könne man den jungen Leuten zwar nicht direkt verhelfen, sagt der Rotarier-Präsident Johannes Seel. „Aber wir können einen Zugang zur Hochschul-Community schaffen.“ Dabei hilft der gute Draht der Reimers-Stiftung zur Frankfurter Goethe-Universität, die bereits beim „Forschungskolleg Humanwissenschaften“ mit Sitz in Bad Homburg kooperieren.

Die Teilnehmer des „Academic Welcome“-Programms erhalten in der Regel zunächst einen Status als Gasthörer. Darüber hinaus können sie an der Goethe-Uni die Sprachkurse für ausländische Studierende besuchen. Das gehe aber nicht zu Lasten der Integrationskurse vor Ort, betont Seel. In der Regel besuchten die Studenten vormittags einen Kurs an ihrem Wohnort und nachmittags an der Universität. Um die Vorlesungen vor- und nachbereiten erhält jeder Stipendiat zudem ein monatliches Buchgeld von 100 Euro, die Anschub-Finanzierung hierzu stammt von der Taunus-sparkasse.

Insgesamt 16 Plätze bietet das Stipendienprogramm, es richtet sich an Flüchtlinge, die im Hochtaunus- oder Main-Taunus-Kreis leben, einen geklärten Aufenthaltsstatus haben und nicht älter als 26 Jahre sind. Zwölf Plätze seien mittlerweile vergeben, teilt Johannes Seel mit.

Dabei bemühe man sich, die junge Leuten auch im Alltag zu unterstützen. So konnten die Rotarier drei Geschwistern aus Aleppo eine Wohnung in Bad Homburg verschaffen. Die beiden Älteren – Bruder und Schwester – haben in Syrien Chemie studiert und seien nun als Gasthörer an der Goethe-Uni eingeschrieben. Die jüngere Schwester besucht die Gesamtschule am Gluckenstein, an der Seel stellvertretender Schulleiter ist.

Wer sich für das Programm bewirbt, wird zunächst zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. In einem zweiten Schritt müssen die Kandidaten noch den „Test auf Akademische Studierfähigkeit“ (TestAS) an der Goethe-Universität bestehen.

Für die Zukunft hofft Johannes Seel, für die geflüchteten Studenten Paten zu finden. „Das wäre traumhaft.“ In Frage kämen Familien, aber auch Geschäftsleute und Unternehmen. Diese könnten den jungen Leuten Praktika vermitteln, aber auch einfach nur mal einen Stadtrundgang oder eine Fahrradtour mit ihnen unternehmen.

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