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Starker Jahrgang im Taunus

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Von: Detlef Sundermann

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Warten auf den ersten Schultag - so wie diesem Jungen geht es auch vielen Kindern im Taunus.
Warten auf den ersten Schultag - so wie diesem Jungen geht es auch vielen Kindern im Taunus. © ddp

Das neue Schuljahr beschert dem Hochtaunuskreis volle Grundschulen und einen Ansturm auf die Gymnasien. Von Detlef Sundermann

Von einer alternden Gesellschaft ist im Hochtaunuskreis nichts zu spüren - zumindest, wenn man die Zahl der Schulanfänger betrachtet. Das für den Hochtaunuskreis zuständige Staatliche Schulamt in Friedberg meldet einen Ansteig der Schülerzahl um 125 auf 1797 gegenüber dem Vorjahr.

Dies macht sich etwa in der Grundschule Mitte in Oberursel bemerkbar. Statt zwei sind dort nun drei erste Klassen eingerichtet worden. Ein weiterer Grund hierfür ist aber auch, dass die maximale Klassenstärke von 25 auf nunmehr 20 Kinder abgesenkt wurde. 2008 kamen in die Grundschule der Kernstadt mit ihren insgesamt 235 Jungen und Mädchen 52 Schüler hinzu, im Schuljahrgang 2009/10 werden es 59 mehr sein. Den Zuwachs erklärt die Schulleitung nicht zuletzt damit, dass im vergangenen Jahr einige Erstklässler an Privatschulen verloren gingen. Ob die Wirtschaftskrise oder die reduzierte Klassengröße das Pendel zurück schwingen ließ, darüber kann nur spekuliert werden. Bei der Grundschule Mitte gibt man sich jedenfalls zufrieden mit den steigenden Schülerzahlen.

Auch IGS ist weiter beliebt

Bei den Eingangsklassen der weiterführenden Schulen im Hochtaunuskreis (ohne die privaten) ist die Schülerzahl mit 1623 gegenüber dem Vorjahr ganz gering gesunken (42). 1077 Pennäler werden nach acht Schuljahren ihr Abitur machen. Lediglich in der Friedrichsdorfer Philipp-Reis-Schule bleibt es beim G9-Abschluss. Und auch wenn konservative Politiker es womöglich nicht so gern zur Kenntnis nehmen, die Integrierte Gesamtschule ist bei Eltern und Schülern offenbar weiterhin gefragt. 411 Anmeldungen liegen zum Schulbeginn vor, zwölf mehr als im Vorjahr.

Trotz G8 verzeichnen Gymnasien wie die Bad Homburger Humboldt-Schule einen Anmeldeboom. "Es gibt acht Eingangsklassen mit je 30 Schülern", sagt Schulleiterin Ursula Balser. In dem neuen 5er-Jahrgang konnten nur Pennäler aus Bad Homburg berücksichtigt werden. "Schüler aus dem Umland mussten abgewiesen werden." Mit insgesamt 1800 Jugendlichen hat das Gymnasium vorerst seine Kapazitätsgrenze erreicht.

Ob der Entwicklung befindet sich die Schule derzeit baulich auf Expansionskurs. Die besonders dem G8-Stress ausgesetzten Jahrgangsstufen 5 bis 7 bekommen laut Balser davon aber wenig mit, denn sie werden in dem Neubau unterrichtet. Anders die Situation der Oberstufenschüler, deren Klassenzimmer befinden sich in einem Provisorium aus Containern auf dem Pausenhof der benachbarten ehemaligen Georg-Kerschensteiner- Schule.

Die rund 130 Lehrkräfte an der Humboldt-Schule decken laut Balser den Stundenplan weitgehend ab. Engpässe gibt es im Fach Musik und beim bilingualen Unterricht in Französisch. Es gibt auch weiterhin Lehrer mit Zeitverträgen. Dass es entgegen aller Aussagen des Kultusministeriums hier und dort mit knapper Personaldecke nächste Woche in den Schulen losgeht, zeigt sich nicht nur am Humboldt-Gymnasium.

Günter Donath, Leiter des Staatlichen Schulamtes, bezeichnet die Versorgung der Schulen im Hochtaunuskreis mit Lehrern lediglich als zufriedenstellend. Zur Zusammenlegung von Klassen werde es jedoch nicht kommen. "Unsere richtigen Sorgenkinder sind die Förderschulen", sagt Donath. Dort fehlt es an Pädagogen und Erziehungshelfern.

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