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Stärke statt Sucht

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Von: Christina Franzisket

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Hofheim Projektwoche an der Rosenbergschule wird von Medizinern begleitet

Die Ärzte im Main-Taunus-Kreis sind täglich mit den Folgen von Süchten konfrontiert. Patienten kommen mit psychischen Erkrankungen durch Internetsucht, Fettleibigkeit durch Essstörungen und anderen Schädigungen durch Abhängigkeit. Die Zahl der Patienten, die unter einer Sucht leiden ist groß, sagt Internist Stefan Weier.

Einmal im Monat treffen sich rund 70 Ärzte aus dem Kreis im Rahmen des Medizinischen Qualitätsnetz’ Hofheim und tauschen sich aus. Dabei ist vor einem Jahr die Idee entstanden, zusammen mit Schulen unter dem Motto „Vorbeugen statt heilen“ ein Projekt zur Prävention von Sucht zu starten. „Wir wollen früh eingreifen, um Süchte zu verhindern“, sagt der Vorsitzende des Qualitätsnetzes Wolfgang Falke.

Nach langer Zeit der Vorbereitung und vielen Sitzungen mit Verantwortlichen der Schulen wird das Projekt nun konkret: In zwei Wochen beginnt für die 160 Schüler des Jahrgangs sieben der Rosenbergschule eine besondere Projektwoche. Neun Ärzte aus Hofheim kommen dafür an die Schule. Sie wollen zusammen mit Lehrern, dem Sozialarbeiter der Schule, dem Schultheater Frankfurt, Drogenberatern und der Polizei Hofheim den Schülern ein interaktives Programm rund um das Schwerpunktthema Sucht und Gesundheit bieten.

In Gesprächsrunden, Vorträgen oder improvisiertem Theater wird es dabei um Sport, gesundes Essen, Alkohol, Drogen und die virtuelle Welt gehen. Intension der Ärzte ist es, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu stärken und sie aufzuklären, damit es erst gar nicht zu einer Sucht kommt: „Unser Auftrag ist es zwar zu heilen, aber Vorbeugen ist eigentlich viel wichtiger“, sagt Weier.

Ärzte nehmen sich frei

Da die Prävention aber nicht in einen Praxisalltag einzubinden sei, haben sich die Ärzte für die Woche ihren Vormittag freigeschaufelt. „Das ist ein einzigartiges Projekt“, sagt Schulleiter Rolf Richter, „und etwas ganz Tolles.“ Und damit die Kommunikation zwischen Medizinern und Schülern auch klappt, helfen die Lehrkräfte: „Und wir sind alle Eltern“, sagt Weier, „ das wird auch helfen.“

Zum Abschluss der Projektwoche wird es eine Veranstaltung geben, bei der alle Ergebnisse zusammengetragen werden und die Schüler den Akteuren Feedback geben können: „Falls wir das Projekt öfter durchführen“, so Weier. Im Oktober wollen die Ärzte für zwei Tage auch in der Main-Taunus-Schule vorbeischauen.

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