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Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU).

Ausbau

Bad Homburger OB: Stadtwald ist tabu

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Der Golfplatz-Ausbau soll auf vorhandenem Gelände erfolgen, sagt Oberbürgermeister Hetjes zu. Er reagiert damit auf massive Proteste aus Politik und Bevölkerung.

Der geplante Ausbau des Golfplatzes an den Röderwiesen sorgt seit Wochen für mächtig Wirbel in der Bad Homburger Politik. Die Kritik hat sich vor allem an möglichen Eingriffen in den benachbarten Stadtwald entzündet, von 4,4 Hektar ist die Rede.

Der BUND sammelt seit einigen Tagen Unterschriften dagegen; im Stadtparlament hat das Thema einen Keil zwischen die Koalitionspartner CDU und SPD getrieben. Während die Christdemokraten Eingriffe in den Wald nicht ausschließen wollten, sprach sich die SPD-Fraktion gemeinsam mit Grünen und BLB klar dagegen aus.

Der „Old Course“im Kurpark war der erste Golfplatz auf deutschem Boden. Die Anlage wurde zwischen 1889 und 1891 von britischen Kurgästen errichtet.

1981 hat der Golfclub seinen „New Course“ an den Röderwiesen eröffnet. 2011 wurde die Anlage zu einem 18-Loch-Platz ausgebaut. twe

Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) bemüht sich nun, die Diskussion zu entschärfen. „Für eine Erweiterung des Golfplatzes scheidet der Stadtwald aus“, sagte er am Dienstag in einem Pressegespräch.

Dennoch möchte er es dem Royal Homburger Golfclub ermöglichen, seine Par-66-Anlage auf den international gültigen Par-72-Standard zu erweitern. Darüber führe die Verwaltung derzeit Gespräche mit mehreren Fachbüros. Sie sollen Vorschläge erarbeiten, wie sich der Ausbau „weitestgehend innerhalb des Geltungsbereichs des bestehenden Bebauungsplanes“ realisieren lässt. Varianten, die dafür Flächen im Stadtwald vorsehen, „scheiden aber grundsätzlich aus“, stellte der OB klar.

Das sei eine erfreuliche Botschaft, sagte Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD), zumal es für großflächige Eingriffe in den Wald in Bad Homburg ohnehin nicht genug Ausgleichsflächen gebe. Die SPD-Parteivorsitzende Elke Barth hatte zuvor bereits in einer Stellungnahme die Unterschriftenaktion des BUND begrüßt. „Niemand hätte Verständnis, wenn wir gerade in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels eine größere Fläche wertvollen Stadtwalds abholzten“, erklärte sie.

Grüne und BLB sammeln an ihren Infoständen zur Europawahl sogar selbst Unterschriften. Zum Schutz des Stadtwaldes gelte es, „alle Energien zu bündeln“, proklamiert Grünen-Fraktionschefin Daniela Kraft. Und ihr Pendant von der BLB, Armin Johnert, betont: „Während freitags unsere Jugend gegen den Klimawandel streikt, können wir nicht ein wertvolles Biotop opfern, um den Golfplatz zu erweitern.“

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