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Die Stadt im Spiegel der Dinge

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Von: Andrea Herzig

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Ursula Grzechca-Mohr mit einem Bowlegefäß von 1912, Erbstück der Homburger Familie Möcke.
Ursula Grzechca-Mohr mit einem Bowlegefäß von 1912, Erbstück der Homburger Familie Möcke. © Michael Schick

Die Ausstellung zum 100. Museumsgeburtstag im Gotischen Haus ist eröffnet. Zu sehen sind ist die Schau bis zum 15. Januar 2017.

Das „Städtische Historische Museum“ im Gotischen Haus hat seine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Hauses eröffnet. Es ist ein besonderes Museum. Es hat viele wertvolle Stücke in seinem Besitz, seltene sind darunter und kuriose, Preziosen aus allen erdenklichen Materialien und in zahlreichen Techniken gefertigt. Viele haben ihren Ursprung in eindrucksvollen Privatsammlungen. Alle sind sie „Homburgensien“. Sie spiegeln die Geschichte, das private und öffentliche Leben der Bürger der Stadt, ihre Reisen, ihr wirtschaftliches Handeln, ihre Vorlieben und Überzeugungen. Über die 100 Jahre, die die Sammlung nun alt ist und auch die Zeit davor.

Museum vor großem Umbruch

Wie sich das Museum in die Zukunft entwickeln werde, war deutlich, wenn auch zwischen den Zeilen, Thema der Feierstunde am gestrigen Sonntag im Gotischen Haus. Das Museum steht vor einem großen Umbruch. Es braucht eine Runderneuerung, das sieht man, auch eine Studie hat das belegt. Dem Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert fehlt ein zweites Treppenhaus als Fluchtweg, der Brandschutz ist veraltet. Im Untergeschoss droht Feuchtigkeit. Es fehlt eine Klimaanlage und eine die Kunstobjekte schonende moderne LED-Beleuchtung. Einen behindertengerechten Zugang gibt es nicht.

2017 zieht das Stadtarchiv in die Villa Wertheimber, erst dann kann es losgehen mit der Sanierung des Museums. Geschätzte 7,5 Millionen soll sie kosten, so die Studie. Politische Beschlüsse dazu gibt es noch keine. Auch deshalb wohl freuten sich die Historiker Ursula Grzechca-Mohr und Peter Lingens vom kleinen Team des Museums über die Magistratsmitglieder und Stadtverordneten, die zur Feier in den Gartensaal gekommen waren. OB Alexander Hetjes (CDU) würdigte das Haus und motivierte die Homburger, weiter zu sammeln. Er dankte Sammlern und Mäzenen wie dem Bad Homburger Eric Leonhardt, für ihr Engagement.

Ursula Grzechca-Mohr, die Leiterin des Museums, erklärte, warum die Homburger stolz sein können auf ihr Museum. Die ganze europäische Geschichte finde sich in der Stadt und auch in den Sammlungsobjekten des Museums, sagte die Historikerin. Weltgeschichte wie die Beschreibung der damaligen Welt in der Schädel’schen Chronik von 1493, eines der älteren Stücke der Sammlung, bis zu persönlichen Zeugnissen wie einem Stickbildchen, das Auskunft gibt über das innige Verhältnis des Landgrafen Friedrich zu seiner Mutter.

Die Sammlung gebe wichtiges Zeugnis darüber, wie Geschichte funktioniere, sagte Grzechca-Mohr, wie sich Stadtteile entwickelten, oder welche gesellschaftlichen Umwälzungen die Stadt und ihre Bürger berührten.

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