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Stadt schließt Shisha-Bar

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Von: Fabian Böker

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Diese Bar muss nächste Woche schließen.
Diese Bar muss nächste Woche schließen. © Rolf Oeser

Die Stadt schließt die Shisha-Bar in der Kumeliusstraße. In der jüngeren Vergangenheit hat es viel Streit rund um die Bar gegeben. Der Betreiber fürchtet um seine Existenz.

Nun greift das Oberurseler Ordnungsamt hart durch: Das „Corazon“, eine Shisha-Bar in der Kumeliusstraße, wird in der kommenden Woche geschlossen. Eine Frist, sich beim Ordnungsamt zu melden, hätte der Betreiber verstreichen lassen, heißt es von Seiten der Stadt. Nun erwartet ihn unangenehme Post.

Bis Mittwoch, 24 Uhr, hatte Mehmet Sogukcesme Zeit, auf ein vorheriges Schreiben des Ordnungsamtes zu reagieren. In diesem wurde dem Betreiber der Bar bereits Anfang März angekündigt, dass sein Laden geschlossen werde. Grundlage war damals ein Paragraf des Gaststättengesetzes, wonach der Betrieb untersagt werden kann, wenn der Betreiber nicht die „erforderliche Zuverlässigkeit“ zeige.

In der jüngeren Vergangenheit hatte es viel Streit rund um die Bar gegeben. Anwohner hatten sich immer wieder über Lärm beklagt, die Stadt hatte daraufhin Auflagen erteilt. Mal wurde die Konzession für den Gebrauch der Shishas entzogen, mal wurden die Auftritte von DJs untersagt. Generell sollte nach 24 Uhr vor der Gaststätte kein Lärm mehr entstehen. Geändert, so Stadtsprecherin Nina Kuhn, habe sich nichts.

Inhaber bleibt Weg über Einsprüche

Nun bekommt der Shisha-Bar-Inhaber Post. Wann genau, kann Kuhn nicht sagen. „Aber auf jeden Fall in der kommenden Woche.“ Ab dem Zeitpunkt der Zustellung darf die Bar dann nicht mehr betrieben werden.

Dem Inhaber bleibt nur der Weg über Einsprüche. Zunächst kann er einen solchen bei der Stadt oder beim Landrat einlegen. Sollte der Kreis die Entscheidung der Stadt in einem Widerspruchsbescheid bestätigen, könnte Sogukcesme vor das Verwaltungsgericht ziehen. Doch selbst wenn der Betreiber diese Wege bestreiten sollte: Die Bar, das stellt Nina Kuhn klar, „bleibt bis zur Klärung aller möglichen Einsprüche geschlossen“.

Für Mehmet Sogukcesme bricht gerade eine Welt zusammen. Man hört am Telefon heraus, dass er mit den Nerven fertig ist. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Meine Existenz steht auf dem Spiel. Ich kann doch nicht einfach von heute auf morgen schließen.“ Die am Mittwoch abgelaufenen Frist sei ihm bewusst gewesen. Aber er schiebt die Verantwortung auf seinen Anwalt. Dem habe er alle Unterlagen übergeben und ihm vertraut.

Er wisse momentan selbst nicht, ob der Anwalt die Frist dann nicht eingehalten hat oder – ausschließen will er das nicht – das Schreiben nur nicht bei der Stadt angekommen ist.

Nina Kuhn hält das für ausgeschlossen. „Wir haben die Posteingänge dreimal kontrolliert, da war kein Brief.“ Für Mehmet Sogukcesme hat jetzt vor allem eine Seite gewonnen: „Die Nachbarn wollten meinen Laden nicht.“

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