1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Stadt holt sich ihr Geld zurück

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Andrea Herzig

Kommentare

Verwaltung fordert vorgestrecktes Geld bei Unterhaltszahlungen ein und zwar mit großem Erfolg. Bad Homburg weist die beste Quote in ganz Hessen auf.

Kinder von geschiedenen oder getrennt lebenden Paaren haben Anspruch auf Unterhaltszahlungen. Doch diese bleiben immer mal wieder aus. In diesen Fällen springt die Unterhaltsvorschussstelle ein, um die fehlende Unterstützung der Kinder auszugleichen. So sprang die Stadt 2015 mit fast 200 000 Euro ein. Das meldet die Stadt nun in einer Mitteilung

Die Sozialverwaltung holte 2015 fast ein Drittel dieser Summe von den Unterhaltspflichtigen zurück. Sie weist damit die beste Quote in Hessen auf. Der Wert ist keine Ausnahme. Die Stadt liegt mit ihrer Rückholquote von rund einem Drittel seit 2013 regelmäßig an der Spitze in Hessen. Der Durchschnittswert liegt bei unter 20 Prozent.

„Dieses sehr gute Ergebnis ist zum einen auf Fortbildungen zurückzuführen und zum anderen auf das hohe Engagement der Beschäftigten“, sagte Stadtrat und Sozialdezernent Dieter Kraft. Es sei nicht immer leicht, an die erforderlichen Informationen zu kommen und die Stadt müsse oft über Jahre am Ball bleiben.

Die Stadt betreute im vergangenen Jahr 640 Fälle, in denen der Unterhalt für Kinder nicht gezahlt worden ist. Die Stadt springt dann mit derzeit bis zu 145 Euro für Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr und 194 Euro für Kinder zwischen sechs und elf Jahren ein. Der Vorschuss wird für maximal 72 Monate gewährt. Die Stadt selbst übernimmt ein Drittel der Leistungen, die Unterhaltsvorschussstelle von Land und Bund erstattet zwei Drittel.

Manche können nicht zahlen

Die Gründe für den ausbleibenden Unterhalt sind unterschiedlich. Viele Unterhaltspflichtigen können nicht zahlen, Arbeitslosigkeit, Krankheit, niedriges Einkommen und auch Verschuldung sind die häufigsten Ursachen. Manchmal ist es gar nicht möglich, den Unterhalt durchzusetzen, weil sich das Elternteil unbekannt im Ausland aufhält.

Es gibt natürlich auch Elternteile, die nicht für den Unterhalt aufkommen möchten, obwohl sie es könnten, berichtet die Stadt. Stellt sich heraus, dass der Elternteil zahlen kann, freiwillig jedoch nicht zurückzahlt, haben die Beschäftigten der Stadt verschiedene Möglichkeiten, an das Geld zu kommen. Dazu zählen unter anderem auch Lohnpfändungen und Aufrechnungen mit dem Finanzamt.

Die Stadt Bad Homburg beginnt auch bei noch laufenden Fällen damit, das vorgestreckten Geld für den Unterhalt zurück zu fordern, damit erst gar keine großen Beträge auflaufen.

2014 lag die Rückholquote der Stadt bei 36,85 Prozent. Bei Ausgaben von 205 949 Euro wurden 75 884 Euro wieder herbeigeschafft. 2015 lag die Quote bei 31,54 Prozent. Ausgaben von 198 735 Euro stand ein Rückholbetrag von den Unterhaltspflichtigen von 62 683 Euro gegenüber. Im Vergleich dazu lag der durchschnittliche Wert in Hessen im Jahr 2015 bei 18,85 Prozent.

Auch interessant

Kommentare