1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Stadt bekommt viel Geld zurück

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fabian Böker

Kommentare

Unterhaltsvorschussstelle springt ein, wenn Zahlungen für Kinder ausbleiben / Beste Rückholquote in Hessen

Auch darum muss sich eine Stadtverwaltung kümmern: Wenn Unterhaltszahlungen an Kinder ausbleiben, springt die Unterhaltsvorschussstelle der Stadt ein. So auch in Bad Homburg. Das vorgestreckte Geld wird anschließend – sofern möglich – von den unterhaltspflichtigen Personen zurückgeholt. Mit einer Quote von über 30 Prozent für das Jahr 2015 liegt Bad Homburg damit im hessenweiten Vergleich ganz vorne. Diesen Platz verteidigt die Stadt seit nunmehr drei Jahren.

198 735,64 Euro musste die Stelle im vergangenen Jahr auszahlen. Immer dann, wenn Kinder von geschiedenen oder getrennt lebenden Paaren keinen Unterhalt bekommen, der ihnen zusteht, wird die Sozialverwaltung tätig.

Dabei können die Gründe, dass kein Unterhalt gezahlt wird, unterschiedlich sein. Mal ist ein Elternteil unbekannt verzogen, zum Beispiel ins Ausland. Mal sorgt die eigene finanzielle Situation dafür, dass das Geld nicht fließen kann. Arbeitslosigkeit, Krankheit, niedriges Einkommen oder Verschuldung, so lauten oft die Ursachen.

Und dann gibt es die Elternteile, die zahlen könnten, aber es nicht tun. Erfolgt dann trotz entsprechender Überprüfung keine Rückzahlung an die Vorschussstelle der Stadt, bleiben ihr mehrere Wege, das Geld zu bekommen. Dazu zählen unter anderem Lohnpfändungen und Aufrechnungen mit dem Finanzamt.

Stadtrat und Sozialdezernent Dieter Kraft spricht von gezielten Fortbildungen, die die Mitarbeiter zu diesem Thema erhalten. Darin und in dem „hohen Engagement der Beschäftigten“ sieht er die Hauptgründe für die guten Ergebnisse, die Bad Homburg seit 2013 erzielt.

Vor drei Jahren lag die Stadt bereits an der Spitze der hessischen Landkreise und Städte. In den beiden folgenden Jahren wurde das Resultat bestätigt.

So gab die Unterhaltsvorschussstelle 2014 rund 206 000 Euro aus. Davon wurden fast 76 000 Euro zurückgeholt, was einer Quote von 36,85 Prozent entspricht. Die Quote im vergangenen Jahr, als von den fast 200 000 Euro Ausgaben etwa 63 000 Euro zurückgeholt wurden, lag bei 31,54 Prozent. Im gleichen Jahr betrug die durchschnittliche Quote in Hessen 18,85 Prozent.

2015 betreute die Stadt 640 Fälle von ausbleibenden Unterhaltszahlungen. Ein Drittel des Vorschusses übernimmt die Stadt, den Rest teilen sich Land und Bund. Ein Vorschuss wird für die Dauer von 72 Monaten gewährt.

Auch interessant

Kommentare