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60.000 Euro kostet die Pflege des Altkönig-Sportplatzes.
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60.000 Euro kostet die Pflege des Altkönig-Sportplatzes.

Oberursel

Sportler sollen bei Grünpflege helfen

Bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten im defizitären Haushalt, ist Oberursel nun auf die Sportplätze gestoßen: Die Pflege der „Umgriffsflächen“ an Sportplätzen soll zum Teil an die Vereine übertragen werden. Das erregt Unmut bei den örtlichen Fußballclubs.

Von Jürgen Streicher

Mehr als 20 Hektar Fläche stellt die Stadt den Oberurseler Fußballern ohne Pacht zur Verfügung. Acht Sportanlagen zwischen Oberstedten und Weißkirchen, die Gesamtfläche ist mit 209.203 Quadratmetern ausgewiesen, davon sind rund 120.000 Quadratmeter reine Sportfläche. Die Pflege der Anlagen verschlingt rund 500.000 Euro im Jahr, der Posten Förderung des Sports insgesamt mehr als eine Million Euro.

Bei der Suche nach Einsparmöglichkeiten im defizitären Haushalt, der für das kommende Jahr ein Minus von 12,5 Millionen Euro ausweist, könnte das sportlich genutzte städtische Grün eine tragende Rolle spielen. „Es darf kein Tabu geben“, sagte Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zur Unterstützung eines Vorschlags, den CDU, SPD und Grüne gemeinsam in die Haushaltsberatungen einbrachten.

Sie wollen die Pflege der „Umgriffsflächen“ an Sportplätzen nun zum Teil an die Vereine übertragen, die städtisches Gelände nutzen. So könnte die Stadt etwa 120.000 Euro jährlich einsparen.

Was früher die „Sportplatz-Kolonne“ im „Amt 50 – Sport und Kultur“ erledigt hat, ist seit 2003 Aufgabe des städtischen Eigenbetriebs Bau & Service (BSO). Der BSO hatte sogar für die Einsparung von Kosten in doppelter Höhe plädiert, die Fraktionen wollten es bei ihrem „Experiment“, so Wolfgang Schmitt von den Grünen, aber bei 120.000 Euro belassen. Schmitt hatte den Antrag der inoffiziellen neuen Koalition im Ausschuss begründet und als ein Ziel auch die „Identifikation der Nutzer mit ihrem Gelände“ angeführt. Kinder, Jugendliche und Eltern könnten mit kleineren Arbeiten in die Pflege der Sportanlagen eingebunden werden. Es sei zudem national und international nicht selbstverständlich, öffentliche Flächen kostenlos zu nutzen.

„Wir wollen die Vereine nicht prellen, aber wir müssen effektiver werden“, sagte Brum. Es sollten „erträgliche Lösungen“ im Einvernehmen mit den Vereinen erzielt werden. Kaum war die Meldung auf dem Tisch, standen die Vertreter der örtlichen Fußballvereine aber schon mit einer gemeinsamen Erklärung zu „Auswirkungen verminderter Sportplatzpflege“ vor den Mandatsträgern im Rathaus-Sitzungssaal. Und meldeten „große Sorge“ an, dass sie ihre Angebote für zurzeit 1160 Kinder und Jugendliche in 53 aktiven Mannschaften „nicht im gewohnten Maß aufrechterhalten können“.

Schon jetzt engagierten sich die Mitglieder vielfältig auf den Sportplätzen, um diese in Schuss zu halten, heißt es in der Erklärung. Instandhaltung der Clubhäuser, Herrichten der Spielfelder, Organisation der Nutzung, Bedienung der Flutlichtanlagen etwa. Um Pflegeaufwendungen langfristig zu verringern, plädieren die Fußballvereine für mehr Kunstrasenplätze wie in anderen Kommunen bereits üblich. Dies biete „große Einsparpotenziale“.

Weil der Fußballsport gerne beispielhaft für gelungene Integrationsarbeit genannt werde, dürfe der Rotstift hier nicht angesetzt werden. Nach der Abstimmung mit 11 Ja- und zwei Nein-Stimmen (OBG) bei einer Enthaltung (SPD) verließen die Fußballer grummelnd den Saal.

Die kommunale Finanzkrise und das Thema Sportplatzpflege hat vor allem den umstrittenen Altkönig-Sportplatz wieder ins Gespräch gebracht. Der Verkauf des hauptsächlich von Freizeit- und Schulsportlern genutzten Platzes würde für die Stadt eine Einsparung von 60000 Euro Pflegekosten bedeuten, bemerkte der Bürgermeister en passant. Und auf der anderen Seite viel Geld einbringen, um etwa das Projekt Hallenbad-Neubau und andere Investitionen zu finanzieren.

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