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Krocket-Spieler vor dem Thai-Tempel.
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Krocket-Spieler vor dem Thai-Tempel.

Krocket im Kurpark

Sport für Kaiser und Fußkranke

Der Spaß überwiegt beim ersten Krocket-Tag auf historischem Terrain im Bad Homburger Kurpark. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Michael Negwer bewegt sich auf historischem Boden. Auf dem kurz geschnittenen Rasen im Kurpark, auf dem bereits Kaiser Wilhelm II. den Ball durch die Tore zu bugsieren versuchte, schwingt der Bad Homburger den Schläger. Und das nicht schlecht. Sein schwarzer Spielball liegt direkt vor dem schmalen U-förmigen Drahtbogen. Dann titscht Eva Heckl ihre Kugel direkt in seine Spielbahn. "Das ist gemein", entfährt es Michael Negwer. Der erste Krocket-Tag im Bad Homburger Kurpark soll zwar Spaß machen aber ehrgeizig sind die Hobbyspieler gleichwohl.

Krocket ist ein urenglischer Sport. Mit den Kurgästen kam er nach Bad Homburg, geriet aber anders als Golf und Tennis in Vergessenheit. Bis der Lions-Club Bad Homburg Kaiserin Friedrich die Tradition aufnahm und gestern die Wiese vor der Thai-Sala in vier Krocket-Spielplätze verwandelte.

"Sie müssen den Schläger zwischen den Beinen schwingen lassen", empfiehlt Sven-Olaf Jung, ein erfahrener Spieler, der die Laien anleitet. Das Spielgerät hat eine Länge von etwa einem Meter, der Schlägerkopf, der den Ball treibt, misst etwa 25 Zentimeter und ist aus Kunststoff. Die faustgroßen und zum Ärgernis der Spieler oft widerspenstigen Kugeln müssen von zwei Teams zu je zwei Spielern auf dem 32 mal 25 Meter großen Feld zweimal durch zwölf Tore getrieben werden. Wer trifft, erhält einen Punkt.

Tückisches Geduldsspiel

"Ich bin absoluter Anfänger", sagt Wilhelm Heckl. Ein Geduldsspiel sei es, "aber sehr lustig". Locker nimmt es Tina Hohnschildt, die mit ihrer Freundin Helga Guba den Parcours in Angriff nimmt. "Wenn ich den Ball nicht treffe, bin ich auch nicht unglücklich. Es macht einfach Spaß, eine tolle Idee", sagt sie. Spaß haben auch Andrea und Bernd Müller. Das Ehepaar aus Bad Homburg hat soeben mit den Tücken des Krockets gekämpft. "Gewonnen haben wir nicht, nur an Erfahrung", sagt Andrea Müller lachend.

"Es war eine Ausnahme, dass wir in den heiligen Kurpark durften", freut sich Eleonore Kuhlmann, die das Ereignis organisierte. Die Lions-Damen, die den Erlös für soziale Projekte spenden, hoffen nach dem erfolgreichen Auftakt auf eine Neuauflage, möglichst wieder auf dem historischen Terrain. Kaiser hin, britische Tradition her, der Krocket-Tag war alles andere als eine steife Veranstaltung. "Das hier", sagt eine Dame etwas spöttisch, "ist wie Golf für Fußkranke."

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