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Splitter im Auge

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Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung stehen ein Bad Homburger und zwei Usinger vor Gericht. Doch dann kommt alles etwas anders als gedacht. Von Sabine Maurer

Von Sabine Maurer

Die Angeklagten moserten: Sie hätten doch gar nichts gemacht. Dabei saßen die beiden 19-jährigen Usinger und der 17-Jährige Bad Homburger wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung vor dem Usinger Amtsgericht. Laut Anklage haben sie vor einem halben Jahr gemeinsam einen 17-Jährigen vor einer Bad Homburger Kneipe am Schulberg verprügelt. Dabei soll einer von ihnen das Opfer mit dem Gesicht so fest gegen eine Scheibe gedrückt haben, dass sie kaputt ging und dem 17-jährigen Splitter ins Auge drangen. Die Sache ging für ihn glimpflich aus: In der Frankfurter Uniklinik wurden ihm die Splitter gezogen, sein Sehvermögen wurde nicht beeinträchtigt.

Im Laufe der Verhandlung kam heraus, dass zwei der drei Angeklagten wohl nichts gemacht hatten. Das Opfer widerrief seine Aussage. Er gab zu, dass er der erste gewesen sein könnte, der geschlagen habe. Die beiden 19-Jährigen beteiligten sich nicht an der Auseinandersetzung.

Die Polizei war damals schnell vor Ort und vernahm das Opfer. Wenig später fanden die die Beamten die drei Jugendlichen vor einer anderen Kneipe standen. Der 17-jährige Bad Homburger blutete am Unterarm. Bei diesem Aufeinandertreffen der jungen Männer mit der Polizei scheint es noch viel Ärger gegeben zu haben. Die drei Männer erzählten, dass sie von den Beamten mit Stöcken geschlagen worden seien. Gegen die Beamten läuft ein Verfahren wegen Körperverletzung. Die beiden 19-Jährigen wurden vom Jugendrichter freigesprochen. Für den 17-Jährigen ging die Sache schlechter aus. Er muss arbeiten. 100 Stunden innerhalb von drei Monaten.

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