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Spenden finanzieren den  Umbau der Halle für die Eckisten.
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Spenden finanzieren den Umbau der Halle für die Eckisten.

Spirituelles Zentrum

Spirituell in der Squashhalle

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Das deutsche Zentrum von Eckankar steht in Hattersheim. Die Kirche spricht von einer Neureligion mit Versatzstücken.

Zwei Dutzend Menschen sitzen im Kreis, fast alle haben die Augen geschlossen, manche das Gesicht zur Decke erhoben; andere sitzen in sich versunken auf ihrem Stuhl. Ein ums andere Mal stimmt jeder für sich die Silbe „Hu“ an, ein tiefes Atemholen, und erneut wird „Hu“ gesungen – in vielen verschiedenen Tonlagen, kurz oder lang, laut oder eher verhalten. Das Hu flirrt durch den Raum. Eine knappe Viertelstunde geht das so, dann verebbt der Gesang und die spirituelle Übung bei Eckankar ist zu Ende.

An jedem Freitagabend treffen sich im Spirituellen Zentrum am Graspfad in Hattersheim Eckisten aus der ganzen Region zum Hu-Singen. An jedem ersten Freitag im Monat ist die kontemplative Sitzung, bei der der göttliche Funken in jedem Teilnehmer entfacht werden soll, öffentlich. Das sei eine gute Möglichkeit, Eckankar kennenzulernen, sagt Gert Engert. „Da kann jeder für sich feststellen, ob ihm das etwas bringt oder nicht.“

Der 60-Jährige bezeichnet sich selbst als Repräsentant von Eckankar. Er habe die religiöse Lehre als Jugendlicher kennengelernt, erzählt er. Am Strand sei ihm ein rotes Buch ins Auge gestochen, in dem er Antworten auf grundsätzliche Fragen fand: Leben und Tod, Ursache und Wirkung, Karma. Schnell habe er den Band ausgelesen und im Traum seine „Einweihung“ erfahren. Seither ist Gert Engert bei Eckankar dabei, nimmt am Studienprogramm teil und an Gesprächsrunden, entscheidet jedes Jahr aufs Neue, dass er 40 Euro Mitgliedsbeitrag bezahlt, um Schulungsunterlagen zu erhalten. „Die persönliche Entwicklung geht immer weiter, sie endet nie“, sagt er. Für Engert ist Eckankar eine uralte Lehre, die der Amerikaner Paul Twitchell, der davor Scientologe war, 1975 aufgriff und sich als 973. Eck-Meister in die Annalen einschrieb.

Auch heute gebe es mit Harold Klemp einen lebenden Eck-Meister, sagt Engert. Sein Bild steht in einem schlichten Rahmen im Foyer des spirituellen Zentrums.

Oberstes Gebot: Persönliche Freiheit

Gert Engert und seine Frau Antje waren die treibende Kraft, um das Eckankar-Zentrum für Deutschland in Hattersheim anzusiedeln. In einer ehemaligen Squash-Halle im Gewerbegebiet ist es untergebracht. Mit tatkräftiger Mithilfe der Mitglieder wird das Gebäude zurzeit umgebaut und hergerichtet. Herz der Begegnungsstätte ist das riesige Foyer. Irgendwann wird der große Saal, in dem früher Squash gespielt wurde, Platz für 200 Menschen bieten. Im ersten Obergeschoss gibt es einen Seminarraum und Büros, im zweiten Obergeschoss sind Schulungsräume untergebracht. Finanziert werde der Umbau durch Spenden, sagt Gert Engert. Die Mitglieder von Eckankar kommen seinen Angaben zufolge aus allen Bevölkerungsschichten. Niemand müsse seinen Glauben ablegen, um bei Eckankar aktiv zu sein. Die persönliche Freiheit und Selbstverantwortung sei oberstes Gebot. So ähnlich beschreibt das auch Pfarrer Olaf Schmidt, der im Zentrum der Ökumene der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Beauftragter für Weltanschauungsfragen ist. Eckankar sei bisher weder durch Skandale aufgefallen noch durch manipulatorisches oder ausbeuterisches Verhalten, erklärte Schmidt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Von einer Sekte spricht Schmidt nicht, nennt Eckankar vielmehr „eine Neureligion mit esoterischem Hintergrund, die einige hinduistische, theosophische und sufistische Versatzstücke für den postmodernen Menschen des Westens adaptiert“.

Der Tod und die Unsterblichkeit der Seele ist der Titel einer Veranstaltung, die am Samstag, 17. November, 13 bis 18 Uhr, im Eckankar-Zentrum, Am Graspfad 7, in Hattersheim läuft. Freier Eintritt.

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