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Wo Spenden für Pakistan landen

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Hochwasser-Opfer in Pakistan
Hochwasser-Opfer in Pakistan © dpa

World Vision in Friedrichsdorf koordiniert die Hilfe für 40.000 Familien in Pakistan. Bedarf ist noch für mehrere Jahre.

Von Klaus Nissen

"Wir haben fünf Hühner und elf Küken verloren“, sagt Amir Mai. „Das war das Wertvollste, was wir hatten.“ Die junge Mutter von vier Kindern berichtet Mitarbeitern der Hilfsorganisation World Vision, wie sie, ihr Mann und ihre Kinder den Wassermassen in Pakistan nur knapp entkommen sind. „Als das Wasser in unser Dorf kam, mussten wir einfach rennen und alles zurücklassen.“ Die Familie konnte sich in einem leerstehenden Gebäude auf einer Sanddüne in Sicherheit bringen. Aber das Vieh und die Hühner, mit denen Amir und ihr Mann eine kleine Farm aufbauen wollten, sind verloren. Die Deutschland-Zentrale von World Vision in Friedrichsdorf arbeitet zurzeit daran, Amir und ihrer Familie zu helfen.

Spielzelte für die Kinder

Für jeweils 15000 solcher Familien in Punjab und Sindh sowie 10000 Familien in der Provinz Khyber Pakhtoonkhwa organisiert das Hilfswerk momentan die Unterbringung und Ernährung. „Wir wollen Zelte aufbauen, in denen jeweils bis zu 100 Kinder sicher spielen und ihre traumatischen Erfahrungen loswerden können“, sagt Mitarbeiterin Iris Manner. Die Eltern seien oft mit der Organisation von Essen beschäftigt und hätten kaum Zeit für ihre Kinder.

Die Lager und die Ernährung der 40000 Familien sichert die World Vision-Niederlassung Islamabad mit 120 lokalen und einigen Dutzend eingeflogenen Logistik-, Wasser-, Sanitär- und Technikexperten. Im Hochtaunus kümmert man sich eher um den Nachschub. Iris Manner verhandelt am Montag mit einem deutschen Hubschrauber-Unternehmen, das ein Fluggerät für die Versorgungsflüge in abgelegene Dörfer angeboten hat. Und Daniel Ginsberg vernetzt sich per Telefon, Mail und Skype mit anderen Hilfsorganisationen der Aktion Deutschland Hilft und den pakistanischen Ansprechpartnern.

Er klärt, welche Hilfsgüter vor Ort oder in Dubai gekauft werden können und was aus Deutschland eingeflogen wird. Im Rodgau unterhält die Organisation ein Lager mit Medikamenten, Spielzeug, Lehrmaterial und Hygieneartikeln für 25000 Menschen. Dessen Kapazität soll angesichts kommender Katastrophen verdoppelt werden.

Die Hilfe für die Menschen in drei Provinzen wird noch über Jahre notwendig sein, meint Iris Manner. „Die Felder sind zerstört und das Vieh ist ertrunken.“ In den nächsten drei Monaten müsse man bis zu 20 Millionen Euro aus Spenden aufbringen, um die Menschen am Leben zu erhalten. „Es wäre sehr gut, wenn noch mehr gespendet würde“, so Manner.

Aktion Deutschland Hilft, Konto Nummer 102030, Bank für Sozialwirtschaft, Stichwort: Flut Pakistan

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