1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Sparen am Winterdienst

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eine Stadt mit sechs Millionen Euro Haushaltsdefizit kann sich keinen flächendeckenden Winterdienst mehr leisten. Das meint Bürgermeister Klaus Temmen. Doch die CDU will überall streuen lassen

Ab sofort will er deshalb nur noch „strategisch wichtige“ Straßen von Eis und Schnee befreien lassen. Gemeint sind Straßen mit Busverkehr, Steilstrecken und stark befahrene Wege wie die Heinrich-Winter-Straße und die Oberhöchstädter Altkönigstraße. Die Anwohner sind per Magistratsbeschluss dazu verdonnert worden, die Bushaltestellen vor ihrer Gartenpforte befahrbar zu halten. Streugutbehälter mit Splitt werde es diesen Winter nur noch an Strecken mit mindestens zehn Prozent Steigung geben. Die Fahrer der städtischen Räumfahrzeuge müssten durch diese Regelung weniger Überstunden machen, das spare Lohnkosten.

Bis zu 200000 Euro hat die Stadt bisher für ihren Winterdienst ausgegeben. Dieser hohe Standard sei im Hochtaunuskreis einzigartig, so der Bürgermeister. Wenn reine Wohnstraßen nicht mehr von Schnee geräumt werden, könne die Stadt etwa 55000 Euro pro Winter einsparen.

Die oppositionelle CDU sieht zwar den Sparzwang – aber den Winterdienst will sie trotzdem für alle Straßen erhalten. Dies beantragt sie in der Parlamentssitzung am kommenden Donnerstag. Fraktionschef Andreas Becker: „Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn die Stadt durch das Räumen der Hauptverkehrsstraßen den Durchgangsverkehr ermöglicht, während Kronbergs Bürger sozusagen festsitzen.“ Die Einsparung von 55000 Euro stehe in keinem Verhältnis zur Beeinträchtigung der Bürger. ( nes)

Auch interessant

Kommentare