Bad Homburg

Sorge um den Einzelhandel

  • schließen

Der Hamburger Investor Procom möchte am Bahnhof einen Komplex mit Kino und Club errichten. Kritik gibt es an den ebenfalls geplanten Geschäftsflächen.

Für den Verkauf des ehemaligen Postgeländes am Bahnhof an den Investor Procom zeichnet sich eine breite Mehrheit im Stadtparlament ab. Auch die oppositionelle FDP hat nun Zustimmung signalisiert. Lediglich die Bürgerliste Bad Homburg (BLB) übt deutliche Kritik.

Schon seit Jahren bemüht sich die Bad Homburger Politik darum, auf dem Areal am Bahnhof einen Unterhaltungskomplex mit Kino und Musikclub zu etablieren. Nach mehreren gescheiterten Versuchen ist sich Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) nun mit dem Hamburger Immobilienentwickler Procom einig geworden, der bereits auf dem Nachbargrundstück ein Büroquartier errichtet.

Auf dem ehemaligen Postgelände plant Procom sieben Kinosäle mit mehr als 900 Sitzplätzen, einen Club und ein Parkhaus für rund 300 Fahrzeuge. Im Erdgeschoss sollen allerdings auch Einzelhandelsflächen entstehen. Und daran entzündet sich die Kritik der BLB. Zwar sei auch seine Wählergemeinschaft für ein Kino, betont BLB-Fraktionschef Armin Johnert. „Aber nicht um jeden Preis.“ Seine Befürchtung: Die von Procom gewünschten 1600 Quadratmeter Geschäftsfläche am Bahnhof könnten Kaufkraft aus der Innenstadt abziehen. Die Folge wären „weitere Leerstände auf und rund um die Louisenstraße“.

Auch die FDP fordert die Stadt auf zu prüfen, „welche Auswirkungen die Läden auf den Handel in der Innenstadt haben“. Insgesamt stehe seine Partei dem Vorhaben aber positiv gegenüber, erklärt der Stadtverordnete Philipp Herbold. Gut sei, dass der Investor das Risiko für den Betrieb des Kinos trage. Außerdem seien damit nun Überlegungen vom Tisch, die Stadtwerke an den Bahnhof umzusiedeln.

Von der CDU gibt es erwartungsgemäß großes Lob für den Oberbürgermeister. Der habe „das Thema zur Chefsache erklärt und nun in kürzester Zeit Fakten geschaffen“, betont Fraktionschef Oliver Jedynak. Was die geplanten Einzelhandelsflächen angeht, fordern aber auch die Christdemokraten Zurückhaltung. Am Bahnhof kämen lediglich Geschäfte in Betracht, die Reisende versorgen, so Jedynak.

Mit dem Grundstücksverkauf werden sich die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, 11. April, befassen, ab 18.30 Uhr im Bürgerhaus Kirdorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare