1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Gas soll teurer werden

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Schwankende Preise beim Kochen mit Gas.
Schwankende Preise beim Kochen mit Gas. © dpa

Die Stadtwerke Bad Homburg wollen den Gaspreis zum 1. April anheben. SPD und NHU wollen da nicht mitmachen.

Von Anton J. Seib

Die Stadtwerke Bad Homburg wollen den Gaspreis zum 1. April um sechs Prozent anheben. Der Gasversorger begründet das mit der Preisentwicklung auf dem Heizölmarkt, an den die Gaspreise gekoppelt sind. Die SPD-Fraktion im Stadtparlament lehnt die Anhebung ab.

Erst zum 1. Oktober vergangenen Jahres hatten die Stadtwerke den Gaspreis drastisch gesenkt. Allerdings hätten inzwischen die Prognosen zum 1. April einen Anstieg um sechs Prozent vorausgesagt, so Stadtwerke-Vertriebsleiter Thomas Fromm.

Für Gaskunden mit einem durchnittlichen Verbrauch steigt der Preis um 0,27 Cent auf 5,03 Cent pro Kilowattstunde. Fromm: "Bei einem typischen Erdgas-Kunden mit rund 20000 Kilowattstunden Verbrauch erhöht sich die Jahresrechnung um 54 Euro." Eigentlich hätten die Preise bereits zum 1. Januar angehoben werden müssen, so Fromm. Darauf habe man verzichtet. Im ersten Quartal 2010 seien deshalb Einnahmen von rund 226.000 Euro verloren gegangen.

Die SPD-Fraktion hat sowohl in der Stadtwerke-Betriebskommission als auch im Finanzausschuss zusammen mit der NHU gegen die Teuerung gestimmt. Seine Fraktion kritisiere vor allem die Koppelung des Gaspreises an den Heizölmarkt, so Fraktionschef Waldemar Schütze. Diese Entwicklung würde vom "Kartell der vier Energieriesen diktiert". Außerdem kritisiert die SPD, dass sich die Erhöhung allein auf den Prognosezeitraum bis Ende Februar 2010 bezieht, sie sei deshalb nicht aktuell.

Fromm beklagt den zunehmenden Wettbewerbsnachteil der öffentlichen Gasversorgungsunternehmen gegenüber privaten Anbietern, die anders als die Stadtwerke keine Versorgungssicherheit für alle bieten müssten. "Die können ihre Mengen punktgenau am Spotmarkt einkaufen und so günstiger sein", so Fromm.

Stadtwerke nur auf Rang zehn

Fromm räumte Ungenauigkeiten bei der Preisbildung ein. Ihr lägen aufgrund des komplizierten Vefahrens Prognosezahlen zugrunde, die mehrere Monate alt seien. Zudem müssten die Kunden über Anhebungen sechs Wochen zuvor informiert werden. Fromm: "Wenn wir jetzt Erhöhungen zum 1. April ankündigen, haben die Mitbewerber mehrere Monate Zeit, ihre Preise nach unten zu korrigieren." Fromm plädiert dehalb für mehr Flexibilität. "Optimal wäre, wenn der Aufsichtsrat entscheiden könnte." Dann würde der langwierige Abstimmungsprozess in den politischen Gremien verkürzt. Entsprechende Überlegungen gebe es bereits.

Derzeit bieten 30 Firmen Erdgas in Bad Homburg an. Laut Internet-Portal Verivox liegen die Stadtwerke "nur an zehnter Stelle", wie Fromm klagt. Eine Preiserhöhung würde die Stadtwerke auf Rang 19 zurückwerfen, rechnet Schütze vor.

Auch interessant

Kommentare