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"Die Soldaten Roms" - die neue Ausstellung im Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg.

Saalburg-Ausstellung

Die Soldaten Roms

Gegen das Ben-Hur-Klischee: Die neue Ausstellung im Kastell Saalburg will ihren Besuchern vermitteln, wie die römischen Legionäre tatsächlich lebten. Von Detlef Sundermann

"Generationes - die Soldaten Roms, Bewaffnung und Ausrüstung über vier Jahrhunderte" lautet der Titel der Sonderschau, die ab heute im Museum Römerkastell Saalburg zu sehen ist. Die Ausstellung soll mit dem Bild vom Legionär aufräumen, wie es von den sogenannten Sandalenfilmen aus Hollywood seit "Ben Hur" vermittelt wird. Denn der römische Krieger trug keineswegs über Jahrhunderte stets den gleichen Typ von Rüstung. Schutz und Waffen passte man der Region und der Schlagkraft des Feindes an.

Die Ausstellung vermittelt auch Einblicke in das Leben eines römischen Berufssoldaten, dessen Dienstzeit 16 bis 25 Jahre betrug. Die Mannen der Fußtruppen schleppten etwa auf ihren tagelangen Märschen bis zu 45 Kilogramm Last an ihrem Körper. Zum Gepäck zählten dabei neben Rüstung und kargem Proviant auch Schanzpfähle, um das Nachtlager vor Überfällen besser zu schützen, und eine Getreidemühle - mit kiloschweren Steinen versehen.

Lebensgroße Puppen

Die Exponate sind auf zum Teil lebensgroßen Puppen zu sehen. Es sind Fundstücke der Saalburg, Leihgaben des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und des Römisch-Germanischen-Zentralmuseums Mainz. Auch Nachbildungen der Interessengemeinschaft (IG) Legio 8 Augusta für Experimentelle Archäologie und Geschichtsdarstellung aus Baden-Württemberg, die die Schau konzipierte, sind dabei.

Die Replikate seien entsprechend dem aktuellen Forschungsstand nachgebaut worden, erklärte Alexander Zimmermann von der IG. Grundlage dafür lieferten etwa Artefakte aus Grabungen oder Grabreliefe mit Abbildungen von Legionären.

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