1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Solarstrom vom Müllberg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Olaf Velte

Kommentare

Letzte Handgriffe an dem neuen Solar-Kraftwerk auf der Deponie Brandholz.
Letzte Handgriffe an dem neuen Solar-Kraftwerk auf der Deponie Brandholz. © rolf oeser

Auf dem Gelände der Deponie Brandholz geht ein Kraftwerk in Betrieb.

Sonnenbeschienen ist der in fast 400 Meter Höhe gelegene Steilhang derzeit nicht. 4488 in Reihen angeordnete und Richtung Südwest ausgerichtete Solarmodule deuten jedoch darauf hin, was an anderen Tagen zu erwarten ist. Ab Februar soll der neue Solarpark auf dem Deponie-gelände Brandholz pro Jahr mindestens 1,2 Millionen Kilowattstunden an Strom liefern.

Die von der Firma Pfalzsolar aufgebaute und künftig zu wartende Anlage ist sichtbares Zeichen, welcher Wandel das hochgelegene Terrain zwischen Neu-Anspach und Usingen ergriffen hat. Vor 44 Jahren als Müllhalde des Kreises auf acht Hektar angelegt und in der Folge geordnet und materialreich zugeschüttet, haben sich seit der Jahrtausendwende gänzlich andere Aufgabenfelder eröffnet. Haus- und Gewerbeabfall wird heute noch immer angenommen und sortiert – das bestimmende Thema der verantwortlichen Rhein-Main Deponie GmbH (RMD) ist jedoch die Verwertung der Reste und die Energiegewinnung mittels Vergärung und Sonnenkraft.

Erstmals war auf Brandholz ein externer Photovoltaik-Bauer am Werk, das auf 1,3 Hektar entstandene Kraftwerk gilt laut Pfalzsolarmanager Klaus Hying als „Unikat“. Dort, wo sich die leicht geneigten Tische dem möglichen Sonnenstrahl entgegenrecken, lauert das Tückische unter dem mittlerweile aufgeschütteten Erdreich. Leitungen sammeln die letzten Gase des unterirdischen „Deponiekörpers“, Drainagen ziehen dahin, eine Oberflächenabdichtung muss geschont werden.

Auf der weithin sichtbaren Großmülldeponie sollen in ferner Zukunft wieder Bäume und andere Waldpflanzen wachsen. Nur eine Zwischennutzung sei die eben fertiggestellte Solaranlage, die nicht die einzige auf dem Areal ist. Was sie ab Frühjahr an Energie abgibt, soll die eigene Biogasproduktion antreiben. Im Umkehrschluss will Töpfer den dort gewonnenen, „guten Biostrom“ ins öffentliche Netz einspeisen und verkaufen.

Ob RMD den Solarpark übernimmt – vorerst ist der Steilhang an Pfalzsolar verpachtet –, entscheidet der Aufsichtsrat im Juni. Zu etwaigen Kosten möchte sich keiner der Beteiligten äußern. – Eine kleine Etappe auf einem langen Weg: Auch wenn sich das Deponiegewerbe verändert hat, bleiben Aufgaben auf Dauer. „Nach heutigem Stand müssen wir uns um das Gelände bis circa 2075 kümmern.“

Auch interessant

Kommentare