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Steffen Bonk (CDU) und Moritz Kletzka (SPD) treten gegeneinander an.

Steinbach

Bis auf letzte Minute im Einsatz

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Am Sonntag entscheidet sich, wer neuer Bürgermeister von Steinbach wird. Steffen Bonk (CDU) und Moritz Kletzka (SPD) treten gegeneinander an.

Der große Verlierer steht vor der Stichwahl am morgigen Sonntag bereits fest: Die FDP muss künftig auf einen ihrer wenigen Bürgermeister-Posten in Hessen verzichten. 2009 hatte sich Stefan Naas in der Hochtaunus-Kommune Steinbach durchgesetzt, sechs Jahre später konnte er seinen Erfolg sogar ohne Gegenkandidaten wiederholen.

Inzwischen sitzt Naas jedoch für die Freien Demokraten im Landtag – und die Fraktionsvorsitzende seiner Partei in Steinbach, Astrid Gemke, war bereits in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl vor zwei Wochen mit enttäuschenden 19,1 Prozent der Stimmen ausgeschieden.

Auf eine Wahlempfehlung hat die FDP, die seit der jüngsten Kommunalwahl stärkste Kraft im Parlament ist, verzichtet. Dabei ist mit Moritz Kletzka der Vorsitzende des Koalitionspartners SPD noch im Rennen. Das sei für ihn kein Problem, versichert Kletzka. Immerhin hätten sich die Grünen von Anfang an für ihn ausgesprochen.

Ebenso wie sein Kontrahent Steffen Bonk (CDU) ist Kletzka derzeit rund um die Uhr in der Stadt unterwegs, um noch die letzten Unentschlossenen zu erreichen. Dabei hat der 26-Jährige es sogar geschafft, den Kalender zu überlisten. So lud Kletzka bereits am vergangenen Wochenende zum Ostereiersuchen an den Steinbacher Weiher ein. Obwohl er im ersten Wahlgang mit 35,7 Prozent der Stimmen knapp zehn Prozentpunkte hinter Bonk gelandet ist, sieht Kletzka noch ein „offenes Rennen“. Entscheidend sei, dass es ihm gelinge, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, betont der SPD-Kandidat – vor zwei Wochen lag sie lediglich bei 52,2 Prozent.

Inhaltlich setzt Kletzka vor allem auf sein „Steinbacher Modell“, mit dem er bezahlbare Wohnungen in der 10 500-Einwohner-Stadt schaffen möchte. Ebenso wie Bonk spricht er sich aber klar gegen die Pläne der großen Nachbarkommune Frankfurt aus, direkt an der Grenze zu Steinbach einen neuen Stadtteil zu errichten.

Der 38 Jahre alte Steffen Bonk wirbt derweil mit seiner beruflichen Erfahrung als Führungskraft in der Steinbacher Verwaltung; seit 2011 ist er Hauptamtsleiter im Rathaus. Dass er bei einer möglichen Wahl einer Mehrheit von FDP und SPD im Stadtparlament gegenüberstehen würde, sieht er nicht als Problem an. Die wichtigen Themen seien in Steinbach immer mit breiten Mehrheiten entschieden worden, betont Bonk. Mit einem Ende der gelb-roten Koalition rechnet er allerdings nicht.

Zum Wahlkampfausklang lädt Bonk für heute 14 Uhr auf den Freien Platz ein; Kletzka und sein Team sind um 16 Uhr am Weiher.

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