Bad Homburg

Skulpturenmeile auf Acker

  • vonAnke Hillebrecht
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Philippsgarten soll zur Kernzone der Landesgartenschau werden. Stadtteilbewohner sind bestürzt über die Pläne.

Die Planungen für die Landesgartenschau (LGS) 2027 gehen in eine neue Phase: Die Bewerbungsfrist für die Erstellung der Machbarkeitsstudie ist abgelaufen. Inzwischen hat die Stadt auch offiziell Auskunft zum Stand der Dinge gegeben.

„Zu Flächen, Programm und Leitbild der Schau gibt es bislang nur gute Ideen und ein sehr grobes Konzept“, heißt es aus der Stadtplanung. „Erst die Machbarkeitsstudie wird das konkretisieren.“ Diese muss die Stadt bis 15. Dezember beim Land einreichen. Auch die Beteiligung der Öffentlichkeit muss darin Thema sein.

Die Planer bestätigen allerdings, dass der ehemalige Philippsgarten „nördlich und südlich der Tannenwaldallee als Kernzone der LGS vorgesehen“ ist. Auf einer Fläche, die jetzt lediglich ein Acker ist, kann man natürlich mehr gestalten als in Kur- und Schlosspark, die auf der Homepage der Stadt als weitere Kernzonen angegeben sind.

Ein Bericht der „Taunus-Zeitung“ mit Auszügen des Bewerbungsschreibens der Stadt an das Land Hessen, in dem auch von „Erlebnisbereichen wie einer Dirt-Bike-Bahn, einer Skaterbahn und einer Art Sportpark, Liegewiesen und Ballspielflächen als dauerhafte Einrichtungen“ die Rede ist, hat im Oberurseler Stadtteil Oberstedten und bei Dornholzhäuser Bürgern Bestürzung hervorgerufen. Mit den politischen Gremien, Ortsbeiräten und Nachbarkommunen habe man „noch nicht eingehender gesprochen“, räumt die Stadt jetzt ein.

Ein Teil des alten Gartenbereichs sei als „Skulpturengarten im Gespräch“, so die Planer. Dort soll laut Bewerbung „das Thema ,Kunst im Garten‘ aufgegriffen und eine Verbindung zu der 2027 zum 30. Mal stattfindenden Skulpturen-Ausstellung „Blickachsen im Kur- und Schlosspark“ hergestellt werden. Somit werde die Skulpturenachse bis zum Gotischen Haus geschlossen. Der Skulpturengarten werde über die Gartenschau hinaus erhalten bleiben. „Hier sollen die von der Stadt aus den Blickachsen angekauften Kunstobjekte dauerhaft aufgestellt werden.“

Nach dem 15. Dezember hat das Land rund ein Jahr Zeit, sich zu entscheiden, ob die Kurstadt oder einer ihrer Mitbewerber den Zuschlag bekommt. Mit Frankenberg (Eder), Schwalmstadt, Dillenburg sowie einem Verbund von elf Kommunen aus dem Wetterau- und Vogelsbergkreis ist die Konkurrenz groß.

Überzeugt die Kurstadt die hessischen Veranstalter, wird eine Durchführungsgesellschaft gegründet. „Und dann erst erfolgen die Ausschreibungen zur exakten Planung“, heißt es aus dem Rathaus. „2024/25 muss mit der Umsetzung begonnen werden, damit alles auch zum Beginn der Schau im April 2027 steht, gepflanzt und organisiert ist.“

Jene Städte in der Umgebung, die bereits eine Landesgartenschau absolviert haben, äußern sich überwiegend begeistert. Vieles habe sich zum Positiven gewandelt, sagte etwa die Stadtsprecherin von Bad Nauheim (LGS 2010); der Bahnhof, Straßen sowie Wege im Kurpark wurden erneuert. Und Bad Schwalbach revitalisierte bei Hessens jüngster LGS 2018 seinen Kurpark, ließ die Besucher mit der Moorbahn fahren, Alpakas streicheln und durch Schaugärten wandeln. Alle ausrichtenden Städte klagten hinterher aber über rote Zahlen und Petrus, der die erwartete Besucherzahl nach unten korrigiert habe.

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