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„Sinnbild der Kurstadt“

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Das Kurbad machte Königstein auch über die Region hinaus bekannt.
Das Kurbad machte Königstein auch über die Region hinaus bekannt. © Rolf Oeser

Bürgermeister Helm hält an der Badsanierung fest.

Im Interview verteidigt der Königsteiner Bürgermeister Leonhard Helm die Pläne zur Sanierung des Kurbades.

Herr Helm, eigentlich hätte mit der Sanierung des Bades schon begonnen werden sollen. Gibt es noch genug Rückhalt für das Vorhaben?
Ja, die Mehrheit in der Stadtpolitik steht im Prinzip dahinter. Auch ich bin dafür, das Bad zu erhalten. Für die geplante Sanierung brauchen wir aber um die zehn Millionen Euro. Ein Teil sollte über Grundstückverkäufe und der Rest über eine Kreditaufnahme finanziert werden. Doch Kredite dürfen wir nicht mehr aufnehmen, wegen der defizitären Haushaltslage. Also müssen wir zusätzliche Grundstücke verkaufen, und da müssen wir sehen, was wir letztlich veräußern wollen.

Um die Auswahl der zu veräußernden Grundstücke gibt es Streit…
Die Flächen links vom Kurbad sollen verkauft werden, das gestaltet sich aber kompliziert – noch ist nicht definiert, in welchem Umfang das Grundstück bebaut werden darf. Für die Häuser in der Thewaldstraße sollten wir einen ordentlichen Preis erzielen. Um es deutlich zu sagen: Was wir in der Beschlussvorlage angeben ist immer nur der Mindestpreis, aber es ist letztlich ein Bieterverfahren. Der erzielte Preis sollte deutlich darüber liegen.

Wie gefällt ihnen der Gedanke, das Kurbad im Zuge einer Sanierung geothermisch anzubinden?
Energetisch ist Geothermie hochspannend. Denn man erzeugt Strom und hat große Abwärme, das Kurbad wäre dafür ganzjährig der beste Abnehmer. Es ist eine Probebohrung am Taunusgymnasium geplant, von der auch wir uns wichtige Erkenntnisse versprechen. So bietet es auch neue Chancen, wenn es mit dem Start der Sanierung weiter dauert. Denn mit der Zeit ergeben sich planerische Alternativen, die man vorher nicht hatte. Und gerade in der Geothermie ist zur Zeit viel in Bewegung. Daher würde ich auch nicht von „verlorener“ Zeit sprechen wollen. Noch „funktioniert“ das Bad ja gut und es hat viele begeisterte Gäste. Statt einfach nur einer schnellen und dann mäßigen Lösung hätte ich deshalb lieber eine gute Lösung. Die darf dann auch noch etwas dauern.

Für Zuschüsse vom Land tickt aber die Uhr...
Ja, der Knackpunkt ist die Landesförderung. Das Land würde das Sanierungsvorhaben mit 1,2 Millionen Euro bezuschussen, doch dafür gibt es ein Zeitfenster. Und das schließt sich allmählich. Daher wollen wir mit Wiesbaden konstruktive Gespräche führen. Wir haben da bisher eine sehr gute Kooperation.

Gegner einer Sanierung würden das Bad wohl am liebsten gleich schließen. Wie stehen Sie zu solchen Vorschlägen?
Was man auch nicht vergessen darf, ist dass eine Schließung des Bades die Kosten im Haushalt auch nicht wirklich mindern würde. Zinsen und Abschreibungen werden durch die Schließung nicht weniger. Zudem gilt für das Bad ein sehr weitgehender Denkmalschutz. Es ist ein architektonisch herausragendes Gebäude und es steht sinnbildlich für seine Zeit und für die Kurstadt Königstein.

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