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Silicon Orschel

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Wiese am Oberurseler Gewerbegebiets Drei Hasen
Wiese am Oberurseler Gewerbegebiets Drei Hasen © Renate Hoyer

Oberursel will im neuen Gewerbegebiet An den Drei Hasen Firmen aus Zukunftsbranchen anbieten. Die Verkehrsanbindung ist auf jeden Fall schon einmal top.

Von Anton J. Seib

Silicon Valley in Oberursel, das hält Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) doch ein wenig zu hochgegriffen. Aber zukunftsfähige Unternehmen aus der Biotech- oder Computerbranche würde Oberursels Rathauschef gern im neuen Gewerbegebiet An den Drei Hasen ansiedeln. Für den größten Teil des 15 Hektar großen Areals erarbeitet die Stadtverwaltung derzeit ein Entwicklungskonzept, es gebe auch bereits erste Interessenten.

Weiter gediehen sind bereits die Pläne für den vorderen Teilbereich zur Homburger Landstraße. Dort will sich auf 15?000 Quadratmetern ein großer Handelsmarkt samt Restaurant niederlassen. Brum: „Ich hoffe, dass wir demnächst den Kaufvertrag unterzeichnen können.“ Eine Konkurrenz für den innerstädtischen Handel entstehe nicht, verspricht Brum.

Auch weitere Interessenten für diesen Teil der Gewerbefläche haben laut Brum bereits Kontakt mit der Stadt aufgenommen. Das Gelände sei durch die Verkehrsanbindung, vor allem durch die nahe Autobahn attraktiv. Zudem verkehrten im Bereich der Kreuzung täglich 37?000 Autos, mithin potenzielle Kunden.

Attraktive Jobs erwünscht

Den größeren hinteren Teil des Areals will die Stadt möglichst für mittelständische zukunftsorientierte Unternehmen mit hoher Wertschöpfung und möglichst wenig Produktion freihalten. Brum: „Dabei sollen eine hohe Anzahl an attraktiven Arbeitsplätzen, eine angemessene Gewerbesteuererwartung und nicht zuletzt verkehrliche und ökologische Aspekte Vorrang haben vor einer schnellen Vermarktung.“

In welche Richtung die städtische Wirtschaftsförderung denkt, zeigt folgendes Detail. Die Stadt Oberursel ist Mitglied der Frankfurt Biotech Alliance, nach eigenem Anspruch Partner für alle jene , „die in der Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt und seiner Vermarktung arbeiten“.

Auf keinen Fall will Brum eine „diffuse Mischmasch-Struktur“ wie in anderen Städten im Rhein-Main-Gebiet. Er ist zuversichtlich, das Gelände gut vermarkten zu können. „Es gibt wenige Kommunen im Taunus, die Gewerbeflächen in einer solchen Lage anbieten können.“

Da kann es sich die Stadt leisten, potente Großunternehmen abzuweisen, die große Flächen nachfragen. Als Beispiel nennt er den Pharmahersteller Stada mit Sitz in Bad Vilbel. Das Unternehmen suchte in Oberursel ein Areal für sein neues Hochregal-Lager. Viel Fläche, wenig Beschäftigte, damit wollte sich die Stadt nicht begnügen. „Das ist etwas für Mittelhessen, aber nicht für uns. Wir haben abgesagt“, so Brum.

Komplizierte Verhältnisse

Momentan ist die Stadtverwaltung noch mit dem Umlegungsverfahren für das Gelände beschäftigt. Das war kompliziert, denn dort liegen etwa 80 Grundstücke, die vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden, mit bis zu 100 verschiedenen Eigentümern. „Es war ein großes Problem, sie zum Verkauf zu bewegen“, räumt Brum ein. Denn für Gewerbeflächen lässt sich nicht annähernd der Preis erzielen wie für den Wohnungsbau. Die Eigentümer müssen ihre Grundstücke aber nicht selbst vermarkten. Das übernimmt die Stadt für sie.

Bevor sich dort die ersten Firmen ansiedeln, wird das Gelände zunächst für den Hessentag genutzt. Unter anderem wird dort die große Landesausstellung stattfinden; auch die Bundeswehr wird mit einem riesigen Zelt und einer großen Ausstellung vertreten sein.

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