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Günther Käberich, der Vater der Schul-IT, an der Philipp-Reis-Schule geht in Rente.
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Günther Käberich, der Vater der Schul-IT, an der Philipp-Reis-Schule geht in Rente.

Schul-IT

Sheriff im Ruhestand

  • VonAndrea Herzig
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Franz Günther Christian Käberich, Beiname „Sheriff“, geht in Pension. Mit 66 Jahren, an dem Punkt, an dem man bekanntlich anfängt, Spaß am Leben zu haben, verlässt er die Friedrichsdorfer PRS.

Franz Günther Christian Käberich, Beiname „Sheriff“, geht in Pension. Mit 66 Jahren, an dem Punkt, an dem man bekanntlich anfängt, Spaß am Leben zu haben, verlässt er die Friedrichsdorfer PRS. Lehrer Käberich will jetzt mehr Tennis und Gitarre spielen, aber den Spaß, den hatte er schon vorher, denn Käberich hat sein Job immer gefallen.

Beiname „Sheriff“? Der Neu-Rentner lacht, und dabei sieht er gar nicht so grimmig aus. Niemand, hieß es bei der Verabschiedung des Lehrers und langjährigen IT-Verantwortlichen, habe so penetrant dafür gesorgt, dass Schüler und(!) Lehrer Regeln einhalten. Ein Kaffeepott neben der Tastatur stehengelassen? Oh Gott, wenn das der Günther sieht!

Käberich verteidigt seine Ordnungsliebe – natürlich komme seine Umsicht auch aus einer Zeit, in der jede Tastatur noch richtig gekostet habe. Käberich ist ein Schul-ITler der ersten Stunde, er verhalf der PRS zu ihrer frühen Vernetzung und 2005 zum Prädikat Top-Medien-Schule. Jetzt im neuen Gebäude verwaltet die IT-Abteilung rund 400 Laptops, Smartboards und PCs und es gibt einen Techniker, der schaut, dass es läuft. Käberich hat dafür gesorgt, dass es den Techniker gibt.

Die Storys, die der Lehrer für Mathe, Physik und Chemie von der Vernetzung des alten Gebäudes erzählt, klingen wie solche von vor dem Krieg. Mit Hilfe von nicht verwandten Telefonkabeln führte Käberich Leitungen unter der Straße durch in weitere Gebäude, auf „Öltanks sei er bisweilen herumgekrochen“.

Kreativ war Käberich auch, wenn es darum ging, Geld für die Schul-IT zu beschaffen. Da gab er dann Computer-Kurse für Eltern, deren Spende an den Förderverein kam der IT zugute.

Seine Schüler finden Käberich cool

Weil er es mit der Technik so gut konnte, war das Unterrichten schon viele Jahre nur der halbe Auftrag für Käberich, die andere Hälfte war das Weiterentwickeln von „LANis“ einer Netzwerkoberfläche für Schulen. Für Käberich der ideale Job: sich was ausdenken und dann gleich an der Schule ausprobieren. Jahrelang bildete er Kollegen im ganzen Hochtaunuskreis weiter. Der IT-Freak hat gut begründete Vorstellungen davon, was eine Schule technisch braucht. Nicht immer, sagt er offen und kritisch, sei das kompatibel gewesen mit dem, was der Schulträger so denke. Es brauche hier ein sehr flexibles Netzwerk, weshalb seine Schule, und nicht nur diese, sich inzwischen vom Kreis abgekoppelt habe.

Günther Käberich ist seit 1972 Lehrer, seinen Einstieg hatte er in Oberursel an der dortigen Gesamtschule. Als diese Ende der 80er auf Betreiben der CDU zerschlagen wurde, ging Käberich, bis heute zutiefst überzeugt vom Gesamtschulkonzept, nach Friedrichsdorf. Das hat er Jürgen Banzer nie verziehen.

Seine Schüler finden Käberich cool. Wie macht man das mit 66? Der Lehrer lacht, er setze klare Grenzen, sei aber immer bereit für einen Jux. Und er habe schauspielerisches Talent, das helfe. Käberich hat noch mehr Talente: Er spielt Gitarre, ist Gründungsmitglied der Lehrerband „Teachers & Friends“, der er nun als „Freund“ erhalten bleibt. Und der Schule als Leiter der Technik-AG und dem Landesschulamt als Experte. So richtig zur Ruhe kommt der Sherriff nicht.

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