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Shampoonieren, föhnen, kämmen

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Sie können sich trotz Schönheitskonkurrenz leiden.
Sie können sich trotz Schönheitskonkurrenz leiden. © Rolf Oeser

Vor der großen Schau beim Windhundfestival im Jubiläumspark macht das Herrchen seinem Vierbeiner die Haare schön.

Von Desiree Brenner

Im Jubiläumspark ist es am Samstag Nachmittag merkwürdig leise. Über 300 Windhunde und Besitzer sowie etwa 100 Gäste besuchen das 51. Windhundfestival, kleine, große, haarige und glatte Geschöpfe tänzeln anmutig über den Rasen. Trotzdem ist kaum Gebell zu hören.

„Windhunde sind sehr ruhige, freundliche Wesen“, sagt Sabine Heitmann, zweite Vorsitzende des Windhundezuchtvereins Hessen, der das Festival mit Hundeschau und –rennen veranstaltet. Von den 14 Windhunderassen werden bei den Schauen je ein Gewinner ermittelt, die gegeneinander um den Titel des schönsten Hundes antreten. Saluki-Hündin Dakira Sawahin gewinnt, Besitzerin ist Dagmar Hitzenberg-Freisleben aus Bad Oynhausen.

„Komm her, Ginny“, lockt Ludmilla Barwitzki aus Bad Neustadt. Ihre russische Windhündin hat sich gerade aus dem Zelt gerobbt, das Frauchen als Regen- und Sonnenschutz für ihre Schützlinge aufgestellt hat. „Windhunde haben ihren eigenen Kopf“, sagt sie und lacht. Ihr Rüde Yloty Lauer ist bereits Europasieger geworden und tritt in der Championklasse auf, ihre Hündin „her majesty“ alias Ginny startet in der offenen Klasse. Schön aussehen ist aber nicht alles, was die beiden Hunde können: Sie arbeiten auch in Barwitzkis Ergotherapiepraxis mit. „Ginny motiviert die Kinder, die nicht laufen wollen, Yloty Lauer legt sich zu den hyperaktiven Kindern und verschwindet, sobald sie zu zappelig werden.“

Hermann Wolfgang aus Schwanau arbeitet eher für seine Hunde. Vier Stunden hat er gebraucht, um seine beiden afghanischen Windhunde Davinci und Luc auf die Schau vorzubereiten. Baden, einshampoonieren, föhnen und mit einem Spezialkamm verfilzte Stellen lösen. Das macht er jede Woche einmal. Warum das Ganze? „Ich bin da irgendwie hängen geblieben – einmal Afghane, immer Afghane.“ Ein Hund kostet zwischen 1500 und 2500 Euro. Wolfgang rät davon ab, sich ohne Erfahrung einen Afghanen anzuschaffen: „Die Pflege ist schon eine Wissenschaft für sich.“

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