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Georg Kraft
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Georg Kraft

Energiewende im Taunus

Der Selbstversorger

Die Energiewende ist für Georg Kraft schon lange Alltag - sowohl beruflich wie privat. In den eigenen vier Wänden setzt der Friedrichsdorfer auf Photovoltaik, Solarthermie und Holz zum Heizen.

Von Anton J. Seib

Für Georg Kraft hat die Energiewende bereits vor eineinhalb Jahrzehnten begonnen. Seither setzt der Friedrichsdorfer auf Wärme aus der Sonne. Heute liefert ihm das kosmische Kraftwerk neben warmem Wasser auch Strom. So viel, dass er damit seine eigene Stromrechnung bezahlen kann. Und das nicht wie üblich mit Kollektoren auf dem Dach sondern an der Außenfassade.

Georg Kraft ist Profi in Sachen nachhaltiges Wirtschaften. Als er noch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau beschäftigt war, arbeitete er international auf diesem Gebiet. Aber auch privat widmet er sich diesem Thema, lange Jahre war der 63-Jährige Vorsitzender des BUND in der Hugenottenstadt. Da ist es selbstverständlich, dass er auch daheim auf erneuerbare Energien setzt. Und somit im Alltag demonstriert, dass jeder mit geringem Aufwand etwas für die Natur und auch den eigenen Geldbeutel tun kann.

Das Haus der Krafts wurde 1988 errichtet, nach damaligem Standard, aber bereits mit dickeren Außenmauern ausgestattet als gesetzlich vorgeschrieben. Vor 15 Jahren baute sich Kraft eine solarthermische Anlage aufs Garagendach. Das Modul ist fünf Quadratmeter groß. Es stellt Energie bereit, solange die Sonne scheint.

Wie an diesem sonnigen Nachmittag. Auf 62 Grad hat sich das Wasser aufgeheizt. Es fließt zurück durch einen Speicher im Keller des Hauses, per Wärmetausch wird die Temperatur an das Wasser im 270 Liter fassenden Speicher abgegeben. Dort hat das Wasser aktuell immer noch 51 Grad. „Die Temperatur im Speicher hält sich zwei Tage, ohne dass nachgeheizt wird“, erklärt Kraft. Im Sommerhalbjahr reicht das für den gesamten Warmwasserverbrauch, im Winter muss dafür die Gasheizung laufen. Die Einsparung ist nicht sehr hoch: „Wir sparen dadurch etwa 100 Euro im Jahr“, sagt der überzeugte Umweltschützer.

Energiesparen kann die Familie Kraft auch dank einer Holzheizung, die vom Wohnzimmer aus befeuert wird. Sie strahlt keine Wärme direkt ab, sondern speist sie über einen Wärmetauscher in den Kreislauf der Gasheizung ein. Auch dieser Spareffekt ist überschaubar, aber immerhin ein Beitrag zum Klimaschutz. Seit 2007 produziert Kraft Strom. Weil sein Dach, das nach Norden geneigt ist, nicht in Frage kam, ließ er die Photovoltaik-Kollektoren an der Südfassade installieren. Optimal ist das nicht, denn durch den ungünstigen Einstrahlungswinkel geht ein Drittel der Sonnenenergie verloren.

Scheint die Sonne, können die zehn Module mit einer Fläche von rund 14 Quadratmetern bis zu zwei Kilowatt Strom erzeugen. Im Jahr kommen so rund 1100 Kilowattstunden zusammen, die in das Netz des Frankfurter Stromversorgers Süwag eingespeist werden. 49 Cent vergütet ihm die Süwag dafür, mehr als doppelt soviel, wie die Krafts für den Bezug von Ökostrom ausgeben. Noch rechnet sich die Anlage nicht, das wird nach etwa 16 Jahren soweit sein. Dann, sagt Kraft, wird der Strompreis so hoch sein, dass er auch ohne Subvention vom Strom aus der Sonne profitieren wird.

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