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Das Büro AS+P schlägt zusätzlich einen Radschnellweg aus dem Vordertaunus ins Usinger Land vor.

Hochtaunus

Hochtaunus: Mit der Seilbahn in die Zukunft

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Die Planer des Büros Albert Speer präsentieren Leitlinien für die Entwicklung des Hochtaunuskreises in den kommenden zehn bis 20 Jahren. Bürger konnten am Konzept mitarbeiten.

Wie sieht die Zukunft des Hochtaunuskreises aus? In neun Leitsätzen präsentierte Svenja Knuffke vom Büro Albert Speer und Partner (AS+P) am Montag die Ergebnisse des Kreisentwicklungskonzepts 2030+, mit dem sich im vergangenen Jahr nicht nur die beauftragten Planer, sondern auch zahlreiche Bürger, Politiker und Vertreter der kommunalen Verwaltungen beschäftigt haben (siehe Infobox).

Für sich genommen enthalten die Leitsätze vor allem Allgemeinplätze wie „Eine zukunftsorientierte Mobilität und gute Erreichbarkeit sind die Basis zur Teilhabe aller“ oder „Eine stabile Gesellschaft setzt ein vielfältiges und bezahlbares Wohnraumangebot voraus“. Erfreulicherweise ergänzte die Stadtplanerin sie aber mit Vorschlägen für konkrete Projekte, die aus dem Konzept einen „zukunftsfähigen Leitfaden“ machen sollen, wie Landrat Ulrich Krebs (CDU) betonte.

Im Herbst 2018 hat der Hochtaunuskreis das Planungsbüro Albert Speer und Partner (AS + P) beauftragt, ein Kreisentwicklungskonzept zu erstellen.

Das Ergebnis hat das beauftragte Büro nun in Form von neun Leitsätzen präsentiert. Sie sollen in ein umfassendes schriftliches Konzept einfließen, das anschließend dem Kreistag vorgelegt wird. Die Abgeordneten werden schließlich über das Kreisentwicklungskonzept Hochtaunus2030+ abstimmen. 

Dabei identifizierte Svenja Knuffke die oft als Problem empfundene Heterogenität des Kreises – urbaner Vordertaunus versus zum Teil noch dörfliche Strukturen im Usinger Land – sogar als Vorteil. Von einer „Doppelqualität“ sprach ihr Kollege Stefan Kornmann. Es gehe vor allem darum, für eine bessere Vernetzung zu sorgen, empfahl Knuffke. Dabei gelte es, „sich zu trauen, über Gemeindegrenzen hinwegzudenken“. Etwa in Form eines kreisweiten Sportentwicklungsplans nach dem Vorbild des Schulbauprogramms.

Einen Schwerpunkt setzt das neue Entwicklungskonzept beim Thema Mobilität. Dabei spielen nicht nur bereits bekannte Projekte wie der Ausbau von S5 und U2 oder die Regionaltangente West eine Rolle. So schlägt das Büro AS+P zusätzlich einen Radschnellweg aus dem Vordertaunus ins Usinger Land vor oder eine Zugverbindung nach Weilburg. Der Schnellbus zwischen Grävenwiesbach und Weilburg jedenfalls sei „ein totaler Renner“, teilte der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds André Kavai mit.

Ebenfalls gut an kamen die Überlegungen für eine Seilbahn über den Feldberg. „Eine ausgezeichnete Idee“, befand eine Besucherin. Das Ganze werde bereits ernsthaft geprüft, sagte Kavai, eine Machbarkeitsstudie sei ausgeschrieben. Die Seilbahn könne sowohl als Verkehrsmittel im Alltag dienen wie für den Tourismus, empfehlen die Planer.

Weitere Ideen des Konzepts drehen sich unter dem Motto „Schulcampus 2.0“ um eine Öffnung der Schulen als Orte für lebenslanges Lernen und Begegnungsstätte für das umliegende Quartier oder ein Naturhaus Hochtaunus, in dem ergänzend zum Taunus-Informationszentrum aktuelle Fragen wie Klimaschutz und Biodiversität behandelt werden könnten.

Infos:hochtaunus2030plus.de

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