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Schwofen statt grooven?

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Ehrenkodex für Parlament und Verwaltung zur Rettung der deutschen Sprache

Von Martina Propson-Hauck

Der parteilose Rolf Berns hat jetzt eine Kampagne zur Rettung der deutschen Sprache gestartet. Zumindest im Rathaus und im Parlament, so die Vorstellung des früheren CDU-Politikers, soll seiner Vorstellung nach „Deutsch als Amtssprache in Wort und Schrift“ erhalten bleiben.

Im Hauptausschuss des Stadtparlaments hat er in der vergangenen Woche einen entsprechenden Antrag eingebracht. Dort hat man sich bereits darauf geeinigt, dass die Rechtsabteilung eine Art „Ehrenkodex“ erstellen soll. In der Stadtverwaltung und in den Fraktionen soll die deutsche Sprache damit absolute Priorität haben.

Laut Berns wird die deutsche Sprache nicht nur in der Werbung und beim täglichen Einkaufen von Anglizismen überschwemmt: Auch Anfragen und Anträge Bad Homburger Parlamentarier seien in letzter Zeit „von einer Unzahl unnötiger und unschöner englischer Ausdrücke überflutet“, konstatiert er. So redet man davon, am Bahnhof ein „Move-and-groove-Center“ zu bauen oder will mit dem „Little Bird“-System Plätze in Kindertagesstätten effektiver verteilen. „Manche Leute finden das cool“, formuliert Berns ironisch. Die meisten jedoch sähen darin eine „verächtliche Behandlung der deutschen Sprache“. Die permanente Verwendung englischer Sprachbrocken in deutschen Texten halte er persönlich für „albern und würdelos“.

Um die deutsche Sprache zu bewahren und weiterzuentwickeln, dürfe die Fähigkeit nicht verloren gehen, „neue Wörter zu erfinden, um neue Dinge zu bezeichnen“. Projekte, die vom Parlament entwickelt und „vom deutschen Steuerzahler finanziert“ würden, müssten auch mit deutschen Bezeichnungen versehen werden.

Ob ein „Schwof-Zentrum“ am Bahnhof allerdings der Weisheit letzter Schluss ist? „Da sind auch die jungen Leute gefragt, pfiffige Ideen vorzutragen“, sagt Berns diplomatisch. Ältere jedenfalls würden nur noch den Kopf schütteln ob so mancher obskuren Bezeichnung in der Stadtpolitik.

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