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Am Sprungturm ist es im Taunabad fürs Schulschwimmen etwas zu tief.
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Am Sprungturm ist es im Taunabad fürs Schulschwimmen etwas zu tief.

Oberursel

Schulschwimmen droht das Aus

  • Götz Nawroth-Rapp
    VonGötz Nawroth-Rapp
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Das Becken im Taunabad ist zu tief / Grüne kritisieren den Hochtaunuskreis.

In Oberursel wird das Schulschwimmen im Hallenbad zu einem Politikum. Der Schwimmunterricht war eigentlich mit dem Beginn des zweiten Schulhalbjahres ab 1. Februar geplant. Doch bis auf weiteres ist unklar, ob die Schüler von mehr als 20 angemeldeten Schulen wie geplant ins Wasser gehen können.

Das Problem ist bauartbedingt: Am Sportbecken mit acht 25-Meter-Bahnen steht der Sprungturm mit dem Dreimeterbrett. Für die Springer ist das Becken an dieser Stelle tiefer, nämlich 3,60 Meter. Die Sportlehrer sind vom Kultusministerium des Landes lediglich verpflichtet, den Rettungsschwimmer in Bronze abzulegen. Dabei muss in einer Wassertiefe von zwei bis drei Metern getaucht werden.

Streit um die Verantwortung

Das reicht im Normalfall auch aus, wie die zuständige Schulamtsleiterin Rosemarie zur Heiden sagt: „Üblicherweise haben die Becken eine Wassertiefe von 2,40 bis 2,60 Metern.“ Im Bad Homburger Seedammbad sind es nach Angaben von Stadtsprecher Andreas Möring gar nur 1,80 Meter Beckentiefe beim Schulschwimmen.

Und extra für Oberursel den Rettungsschwimmer in Silber machen lassen? „Das kann man von den Lehrern nicht verlangen“, sagt die Schulamtsleiterin. Ebenso wenig komme ihrer Meinung nach ein Vorschlag der Stadtwerke als Badbetreiber infrage. „Wir haben angeboten, die betreffenden Lehrer in einem kostenfreien Tauchgang auf ihre Rettungsfähigkeit zu prüfen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Funke.

Das Schulamt ist der Meinung, der Badbetreiber müsse dann eben mit einem Bademeister für die Sicherheit der Schulkinder sorgen. Doch Funke weist das zurück: „Grundsätzlich ist die Verantwortung beim Schulschwimmen beim Lehrer.“ Das gelte auch dann, wenn Schulschwimmer und die regulären Badegäste dasselbe Becken nutzten. Die Stadtwerke hätten lediglich dafür Sorge zu tragen, dass das Schwimmbad als solches sicher für den Betrieb sei.

Funke weist auch darauf hin, dass das Problem schon länger bekannt sei. Die Stadtwerke haben die Behörden des Hochtaunuskreises bereits im Oktober auf die Besonderheit des „integrierten Sprungbeckens“ und die sich daraus ergebenden Fragestellungen für das Schulschwimmen hingewiesen. Vom Kreis aber sei in dieser Sache länger nichts zu hören gewesen, fügt Funke hinzu. Das verurteilen die Grünen im Kreistag scharf. Für Fraktionschefin Jutta Bruns ist es nicht nachvollziehbar, dass bislang keine Lösung präsentiert wurde. „Wir begrüßen es, dass der Hochtaunuskreis nun eine Moderatorenrolle angekündigt hat. Aber warum macht er dies erst jetzt?“ Das Problem sei schon lange bekannt gewesen.

Nach Angaben von Pamela Ruppert, Sprecherin des Hochtaunuskreises, sei man keineswegs untätig gewesen. „Es sind Mails geschrieben und Telefonate geführt worden“, betont sie. Der Kreis sei aber eben nur Moderator zwischen dem Taunabad und dem Schulamt. Laut Ruppert soll das Schulschwimmen in den nächsten Tagen auch Thema eines Treffens zwischen Landrat Ulrich Krebs (CDU) und dem Oberurseler Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sein. Dieses Treffen ist nach Angaben von Ruppert aber schon seit längerem geplant, ganz unabhängig von der Debatte um das Schulschwimmen in Oberursel.

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