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Schulneubau in Startlöchern

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Die Villa Goldschmidt steht seit 1998 leer.
Die Villa Goldschmidt steht seit 1998 leer. © Monika Müller

Der Magistrat stellt die Weichen für die Erweiterung des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums. Auf dem Gelände des ehemaligen Bundesausgleichsamt soll auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern ein dreigeschossiger Neubau entstehen. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Seit vielen Jahren schon ist der Platzmangel im Kaiserin-Friedrich-Gymnasium ein großes Thema. Fast 1700 Schülerinnen und Schüler besuchen das Traditionsgymnasium, Prognosen sagen voraus, dass das auch in den nächsten Jahren nicht weniger werden.

Deshalb hat der Magistrat nun grünes Licht für einen Bebauungsplanentwurf gegeben, der die Schulerweiterung auf dem Gelände des ehemaligen Bundesausgleichsamtes ermöglichen soll. Die Gremien müssen dem allerdings noch zustimmen. Auf einer Fläche von 15000 Quadratmetern sieht der Entwurf einen dreigeschossigen Schulbau mit zwölf Metern Höhe vor. Ein Drittel des Geländes soll Grünfläche bleiben, die beiden alten Bäume stehen bleiben. Nur der rund 80 Jahre alte Lindenhain muss wohl weichen, weil er von Pilz befallen ist.

Der Schulneubau soll sich in Richtung Weinbergs- und Seedammweg erstrecken. Die Rückseiten von sechs Einfamilienhäusern grenzen an das ausgewiesene Schulgelände an. Die Planungen sehen vor, dass zwischen den Wohnhäusern und dem Schulbau ein "grüner Puffer" entstehen soll, der nicht bebaut werden darf.

Anwohner sollen dabei sehr frühzeitig in die Planungen einbezogen werden, noch bevor der Vorentwurf im Bauausschuss diskutiert wird, soll es eine Bürgerinformation geben, voraussichtlich findet die am 25. Mai um 19.30 Uhr in der Aula der Schule statt. Vor drei Jahren hat der Hochtaunuskreis das Gelände vom Bund für 5,5 Millionen Euro gekauft, um dort eine Erweiterung des KFG zu bauen. Eine Verteilung des Schulbetriebs auf Dependancen in der Stadt, so wie es sie vor Jahrzehnten einmal gab, hält heute niemand mehr für praktikabel.

Wann der Hochtaunuskreis den Erweiterungsbau tatsächlich errichten wird, steht nach Angaben der Verwaltung "unter Finanzierungsvorbehalt". Voraussetzung ist der Bebauungsplan.

Ob die auf dem Grundstück stehende Villa Goldschmidt, ein ehemaliges jüdisches Sanatorium, nun unter Denkmalschutz gestellt wird, ist noch ungewiss. Die Experten des Landesamtes für Denkmalpflege entdeckten bei einem Rundgang Ende März keinerlei schützenswerte Überbleibsel jüdischer Kultur, sondern nur einige Runen und andere Ornamentik, die die Nationalsozialisten hinterlassen hatten, nachdem sie die jüdischen Besitzer der Villa enteignet hatten. 1937 zog die Reichsbahn in das Bauwerk von 1911 ein, später das Bundesausgleichsamt. Seit 1998 steht es leer.

An dem Bau an sich sei nichts Schützenswertes festzustellen, konstatierten die Denkmalpfleger. Die Stadtverwaltung will sich jetzt aber dafür einsetzen, dass das ehemalige Taunussanatorium trotzdem unter Denkmalschutz gestellt wird.

Wenn das aus baulichen Gründen nicht möglich sei, so gebe es kulturhistorische Gründe, das Anwesen zu schützen, sagt Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne). Das Stadtarchiv soll die Bedeutung des einstigen jüdischen Sanatoriums für den Kurbetrieb der Stadt nun dokumentieren. Bis zum Sommer soll der Denkmalstatus des Hauses festgestellt werden.

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