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Schulleiter in der Kritik

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Von: Jürgen Streicher

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Für den Laien Kabelsalat, für den jungen Informationselektroniker eine Telefon-Gegensprechanlage.
Für den Laien Kabelsalat, für den jungen Informationselektroniker eine Telefon-Gegensprechanlage. © FR/Oeser

Parallelveranstaltungen von Hochtaunus-Berufsschule und den beiden Gesamtschulen in Oberursel und Bad Homburg ärgern Schüler und Arbeitgeber. Von Jürgen Streicher

Die Hochtaunusschule für berufliche Bildung boomt. Seit der Eröffnung vor sechs Jahren sei die Zahl der Schülerinnen und Schüler um fast 15 Prozent gestiegen, sagte Schulleiter Dieter Häußer beim Tag der beruflichen Bildung am Samstag. Aus 1380 Schülern wurden 1578, gerade wurde die vierte Landesfachklasse - für Systeminformatiker - eingerichtet. "Wir haben uns erfolgreich im Wettbewerb durchgesetzt", so Häußer. Eine Partnerschaft von Schule und Wirtschaft beschrieb er als Kern des Selbstverständnisses der Einrichtung.

"Wirtschaft braucht Schule, Schule braucht Wirtschaft" - so formuliert das Brigitte Scheuerle, die bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Aus- und Weiterbildung zuständig ist. Sie reihte sich daneben ein in den Chor derer, die am Samstag alle das Gleiche kritisierten: Dass es Schulen im Hochtaunuskreis nicht schaffen, ihre Veranstaltungen zu koordinieren. Parallel zum Tag der beruflichen Bildung an der Hochtaunusschule veranstalteten nämlich die Integrierte Gesamtschule Oberursel-Stierstadt (IGS) und die Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg jeweils einen Tag der offenen Tür. "Die zuführenden Schulen verweigern ihren Schülern den Weg hierher", klagte Kreishandwerksmeister Walter Gernhardt. Die Handwerksbetriebe im Kreis bieten zurzeit etwa 850 Ausbildungsplätze an.

Die guten Kontakte zur heimischen Wirtschaft offenbarten sich beim Berufsbildungstag an mehreren Stellen. Traditionell stellen die Innungen ihre Berufe vor, bei der 13. Auflage waren die Elektro-Innung, Sanitär- und Heizungstechnik, Metall, Maler und Lackierer sowie Vertreter der Friseur- und Kosmetiker-Innung dabei. Deren Eignungstests zur Berufsorientierung sind für angehende Berufsschüler eine gute Möglichkeit, ihren eigenen Stärken und Schwächen auf die Spur zu kommen. "Eignung und Neigung müssen zueinander passen", sagte Schulleiter Dieter Häußer. Dafür nehmen sich die Handwerksmeister viel Zeit, der passgenaue Lehrling kann für ein Unternehmen viel wert sein. An der Hochtaunusschule werden in Partnerschaft mit der Wirtschaft 17 Ausbildungsberufe betreut, der mittlere Abschluss ist laut Häußer inzwischen bei zwei Drittel "zwingende Voraussetzung".

Wie innovativ an der Hochtaunusschule gelehrt und gearbeitet wird, sollte die "Enthüllung" des neuen Schaukastens vor der Schule an der Bleibiskopfstraße demonstrieren. Ein "in die Zukunft gerichtetes Denkmal" nannte der Vorsitzende des Fördervereins, Wolfgang Herder, den Mast mit dem Solarpaneel, der Strom für die Beleuchtung liefert. Der Schaukasten diene dem "Zwecke der Kommunikation zwischen Schule und dem Rest der Welt", sagte der Kreisbeigeordnete Uwe Kraft und lobte die Idee. Schüler und Lehrer haben 124 Arbeitsstunden für das Projekt geleistet und wurden - entsprechend dem Schulselbstverständnis - von einem Partner aus der Wirtschaft, der Süwag Energie, unterstützt.

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