Chemie, die Spaß macht. Foto: Rolf Oeser
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Chemie, die Spaß macht. 

Hochtaunus

Schulen auf Hochglanz

  • vonJürgen Streicher
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Tage der offenen Tür ziehen Hunderte von Eltern und ihren Nachwuchs an.

Hier will ich hin.“ Für Emily Dube war das sofort klar, als sie vor drei Jahren beim Tag der offenen Tür erstmals die Schulatmosphäre im Humboldt-Gymnasium Bad Homburg spürte. Heute ist die Zwölfjährige selbst als VIP-Führungskraft in ihrer Lehranstalt unterwegs, als Hundertschaften von Eltern mit ihrem Nachwuchs kommen, um Pläne für eine mögliche Zukunft zu schmieden. Zwei Dutzend große Gruppen werden nahezu gleichzeitig von jeweils spezialisierten Lehrern durch die Fachräume in fünf verschiedenen Gebäuden geführt, Emily Dube bietet eine exklusive Führung.

Die Tage der offenen Türen zu Jahresbeginn sind der Moment, da sich die weiterführenden Schulen im Hochtaunus „hochglanzpoliert“ präsentieren. So nennt es Stefan Engel, der seine Humboldtschule „jeden Tag mit viel Spaß leitet“. Sorgen um Nachwuchs muss sich der Schulleiter nicht machen. Die „Humboldt“ ist mit 1650 Schülerinnen und Schülern das größte Gymnasium in Bad Homburg, das Kaiserin-Friedrich-Gymnasium (KFG) hat etwas weniger Kapazität. Ähnlich groß ist das Oberurseler Gymnasium – alle höheren Lehranstalten müssen eher zurückweisen, als dass sie um neue Schüler kämpfen müssen.

Termine in Oberursel

Das Gymnasiumstellt sich am Freitag, 7. Februar, ab 16 Uhr, vor.

Hochtaunusschule und Feldbergschulemit ihren differenzierten Angeboten von Berufsfachschule, Fachoberschule und Beruflichem Gymnasium öffnen ihre Türen am Samstag, 8. Februar, von 9 bis 14 Uhr.

Unterschiedliche Schwerpunkte, etwa bei den Fremdsprachen, musikalischen, künstlerischen oder sportlichen Schwerpunkten mindern den Konkurrenzkampf, Stefan Engel sieht eine eher friedliche kooperative Existenz im ergänzenden Angebot. Die Humboldt ist Unesco-Projektschule, hat ein doppeltes Angebot im bilingualen Unterricht in Geschichte und Erdkunde (Französisch) und in Politik und Wirtschaft (Englisch), viele internationale Kontakte und die Möglichkeit zum deutsch-französischen Abitur („AbiBac“). Hochglanzpoliert komme die Schule beim Tag der offenen Tür daher, weil man „stolz darauf“ sei zu zeigen, was man bieten könne. Das gelte an so einem Tag auch für die Lehrer und Schüler, „die Lust haben, sich vorzustellen“.

Das machen Humboldt und KFG am gleichen Wochenende, auch die Philipp-Reis-Schule in Friedrichsdorf, mit 1900 Schülern größte Schule im Hochtaunuskreis, schließt sich da an. Emily Dube führt derweil an wartenden Gruppen vorbei in die Chemie-Zone im fünften Stock, wo Mädchen und Jungs in weißen Kitteln und Schutzbrillen Elefanten-Zahnpasta herstellen und eine farbige Zauberschau mit bunten Mix-Getränken bieten. Nebenan in der Physik erklären 15-Jährige an überschaubaren Experimenten, wie sie die Schallgeschwindigkeit berechnen.

Das beeindruckt: Fast alle Eltern bestätigen auf Nachfrage, dass in erster Linie der Nachwuchs die Entscheidung über die Schulwahl trifft. Für Drittklässler Jakob ist diese Entscheidung schon jetzt gefallen. Er spielt Schlagzeug und Klavier und will „unbedingt“ Mitglied der großartigen Big Band der Humboldtschule werden.

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