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Schüler auf großen Reisen

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Von: Fabian Böker

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Rebecca, Julietta, Konstantin und Niklas (v.l.) sind froh, das Erlebnis „UN“ mitgemacht zu haben.
Rebecca, Julietta, Konstantin und Niklas (v.l.) sind froh, das Erlebnis „UN“ mitgemacht zu haben. © Rolf Oeser

Die Humboldt-Schule ist in New York und in der Normandie vertreten. Sie erleben eine große Gastfreundschaft und beeindruckende Momente.

Von der Welt sehen Schüler meist nur etwas beim Schüleraustausch oder in den Ferien. Nicht so an der Bad Homburger Humboldtschule. Im Mai und Juni waren Delegationen in New York und in der Normandie, zu ganz unterschiedlichen Anlässen. Beides getreu dem Schulmotto „Globales Lernen“.

Den Anfang machten 24 Jungen und Mädchen der Oberstufe. Sie waren für zehn Tage in Washington und New York. Nicht zum puren Vergnügen, die Reise war Teil eines Projekts namens „Model United Nations“, an dem sich das Gymnasium seit nunmehr vier Jahren beteiligt. Dabei wird die Arbeit bei den Vereinten Nationen simuliert. Die Schüler, erklärt Schulleiterin Ursula Balser, „sollen lernen, auf Englisch politisch zu agieren“.

Aber nicht nur das. In New York waren alle Teil kleiner Gruppen und Arbeitskreise, eng angelehnt an die Struktur der UN. Auch einen Sicherheitsrat gab es. In jeder Gruppe übernahmen die Schüler Positionen eines Landes. Die Bad Homburger Schüler vertraten je zur Hälfte Usbekistan und Portugal. Die Vorbereitung dauerte rund ein halbes Jahr.

Ziel war es, am Ende eine gemeinsame Resolution zu verabschieden. „Das hat manchmal reibungslos geklappt“, erzählt Niklas. Aber eben nicht immer. „Wir haben auch oft mit den anderen um Lösungen gerungen“, so Konstantin. „Eben so, wie es in der wahren Politik auch ist.“ Politik, so der 16-Jährige, sei in New York nicht idealisiert, sondern simuliert worden. „Wir haben gelernt, wie schwierig und anstrengend die Suche nach Kompromissen sein kann“, ergänzt die gleichaltrige Rebecca.

Unglaublich beeindruckend

Und vor allem, dieses Fazit zieht Julietta stellvertretend für alle: „Es war unglaublich beeindruckend in den beiden Städten.“

Ein ähnliches Fazit zieht auch Lehrer Christoph Hautmann. Und für ihn war es mit der Reisetätigkeit noch nicht vorbei, er begleitete rund einen Monat später gemeinsam mit drei Kollegen 88 Schüler in die Normandie. Zum Jahrestag des D-Days, der Landung der Alliierten in Frankreich, am 6. Juni sollte das Orchester der Schule an einem Konzert teilnehmen.

Die Idee gab es seit 2013, als die Partnerschule aus dem französischen Falaise die Einladung aussprach. Doch es dauerte über drei Jahre bis zur Umsetzung.

Vor Ort standen dann Kultur und zwei Konzerte – in Falaise und Bad Homburgs Partnerstadt Cabourg – auf dem Programm, vor jeweils rund 400 Zuschauern. Da war der eine oder andere schon nervös, gibt Abiturientin Clara zu. „Wir haben ja bisher meist nur auf Schulfesten gespielt.“ Noch beeindruckender aber war, wie die Delegation aufgenommen wurde. „Alle waren so herzlich zu uns“, erinnert sich die 18-jährige Nina. „Es schien geradezu eine Ehre für die Leute da zu sein, uns als Gäste zu begrüßen“, mutmaßt sie.

Orchesterleiterin Sabine Hartmann ist immer noch ganz gerührt, wenn sie an den Ausflug denkt. „Für die letzte Nacht hatten wir mehr Angebote von Gastfamilien als wir Plätze brauchten“, sagt sie.

Die Gastfreundschaft, gepaart mit den Eindrücken und der historischen Bedeutung des 6. Juni, das sei überwältigend gewesen. „Ich bin immer noch nicht ganz wieder auf der Erde“, so Hartmann.

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