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Schorr bleibt Kämmerer

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Von: Götz Nawroth-Rapp

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Thorsten Schorr wird für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt und bleibt Kämmerer. Neuer Stadtverordnetenvorsteher ist Gerd Krämer.

"Hättest Du geschwiegen, wärst Du ein Philosoph geblieben.“ Mit sichtlicher Freude zitiert Gerd Krämer, der neue Stadtverordnetenvorsteher, den Sinnspruch nach einem Zitat des römischen Denkers Boethius. Der Satz mag der Spätantike entspringen, doch Krämer, der am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden der Versammlung gewählt worden war, wollte es als Appell an die Stadtverordneten verstanden wissen.

Der 58-Jährige weiß genau, dass die Sitzungen des Stadtparlaments in den vergangen Jahren nicht immer von „kurzen und prägnanten Reden mit hoher Durchschlagskraft“ geprägt waren. Genau die fordert Krämer nun von den Mandatsträgern ein. Krämer aber weiß auch um die Stärken der Oberurseler Stadtpolitik und attestiert eine „besondere Kultur der Sachlichkeit und der Konsensfindung.“ So möge es bitte auch in Zukunft sein.

Mit nun sieben statt fünf Fraktionen könnte das schwierig werden. Die Linke hat mit zwei Sitzen die Fraktionsstärke erreicht. Neu dabei sind zudem vier Stadtverordnete der AfD, die von Fraktionschef Peter Lutz geführt werden. Sie blieben aber unauffällig, stimmten hier mit, enthielten sich dort. Wortmeldungen: Fehlanzeige.

Kleinere Änderungen bei Ausschüssen

Neben Krämer, der sich „nun zu Hause angekommen“ sieht, galt es auch für Thorsten Schorr, eine Wahl zu bestehen: Er wurde für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt und bleibt Kämmerer. Mit 32 von 45 Stimmen wurde Schorr auf Antrag seiner CDU gewählt. Die Wahl war geheim, man kann allerdings mutmaßen, dass die Grünen dem 46-Jährigen geschlossen die Gefolgschaft verweigerten. Zu tief ist der Unmut darüber, dass CDU und SPD planen, den Ersten Stadtrat Christof Fink nach Ablauf seiner laufenden Amtszeit in zwei Jahren durch Schorr zu ersetzen.

Dafür, so der Deal der schwarz-roten Koalition, wird die SPD den frei werdenden Posten im hauptamtlichen Magistrat besetzen. Die Grünen wollen jedoch, so Wolfgang Schmitt, auch künftig in „kritisch-konstruktiver Weise“ mit Schorr zusammenarbeiten. Auch Stefan Ruppert von der FDP ist voll des Lobes. „Einen Kämmerer, wie man ihn sich wünscht“ habe man in Oberursel, Schorr sei sehr kompetent und über jeden Zweifel erhaben. In der OBG sieht man das fast schon naturgemäß anders, der Haushalt sei „auf Kante genäht“, moniert Fraktionschef Georg Braun. Das hat selbst Schorr schon eingeräumt. Es dürfte allerdings unmöglich sein, ihm das angesichts einer millionenschweren Gewerbesteuerrückzahlung, die die Stadtkasse plagt, persönlich anzulasten.

Kleinere Änderungen gibt es bei den Ausschüssen. Der Hauptausschuss ist nun zuständig für die Feuerwehr. In einigen Passagen wird nun auch die weibliche Form mitgenannt, wenn es um Stadtrat, Bürgermeister oder Stadtverordnetenvorsteher geht. Und mit dem Namen Sozial-, Bildungs- und Kulturausschuss wird klar, dass man es ernst meint mit der Bildung in Oberursel. In den Zuständigkeiten werden dann noch Sport, Integration und Partnerschaften benannt. Ein Gremium, in dem es viel zu tun gibt.

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