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Kampf gegen den „Rummelplatz-Tourismus“

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Von: Olaf Velte

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Die geplante Sommerrodelbahn in Schmitten ruft eine Bürgerinitiative auf den Plan. Der Investor erhöht das Pachtangebot.

Josef Wiegand lässt sich nicht entmutigen. Der Rodelbahn-Bauer und -Betreiber aus Rasdorf will auch am Großen Feldberg heimisch werden – trotz Widerstands aus der Bevölkerung. Sein Pachtangebot hat er nun von 6000 auf 25000 Euro erhöht.

Schmittens Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) hat sich vor Weihnachten gegen die geplante Sommerrodelbahn ausgesprochen. Die Gemeinde, so der Rathaus-Chef, werde von der Freizeiteinrichtung kaum profitieren. Er bezeichnete das erste Pachtangebot Wiegands als „lächerlich niedrig“. Vor Jahresschluss gab der Investor schließlich nach und stellte einen höheren Betrag in Aussicht.

Auch will er den notwendigen Bebauungsplan auf den Weg bringen und finanzieren – die Kosten dafür werden auf rund 30000 Euro geschätzt. Ob die Vertreter der Kommune am Ende dem Vorhaben zustimmen, ist dennoch ungewiss – zu viele unterschiedliche Meinungen beherrschen die Szenerie.

Zu Wort gemeldet hat sich vor kurzem eine Bürgerinitiative, die zu einer Online-Petition aufruft. Feldberginitiative e.V. setzt sich nach eigener Aussage für Natur- und Umweltschutz in Schmitten ein. Eine Sommerrodelbahn auf der Trasse der ehemaligen Feldberg-Nordbahn sehen die Mitglieder als „belastenden Eingriff in die bislang noch weitgehend verschonte Natur“.

In einem mehrseitigen Schreiben wird die Gemeindevertretung aufgefordert, die Entscheidung zur Sache transparent zu gestalten: „Es müssen jetzt alle Fakten auf den Tisch.“

Das erhöhte Pachtangebot erscheint der Initiative als zu gering, um drohende Jagdpachtausfälle und Investitionskosten zu decken. Daneben werde sich das Verkehrsaufkommen im Ortsteil Oberreifenberg durch den Rummelplatz-Tourismus drastisch verstärken. Fazit: „Vorläufiger Stopp des Projekts.“

Dagegen hält sich Schmitten2012 – eine Bürgerinitiative, die den Tourismus fördern und Schmitten „lebenswerter“ machen möchte – derzeit bedeckt. „Wir verhalten uns neutral“, sagt Sprecherin Ulrike Krabus. Man wolle abwarten, wie auf politischer Ebene entschieden werde – „dann haken wir eventuell nach“.

Kinkels persönliche Stellungnahme hat in der Taunusgemeinde für Debatten gesorgt. Nach seiner Einschätzung ist nur ein Pachtgeld jenseits der 70000-Euro-Marke von Belang. Von diesem Betrag ist das neue Wiegand-Angebot jedoch noch ein ganzes Stück entfernt.

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