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Bei Scheller gibt es nicht nur Farbe

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Von: Fabian Böker

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Das Familienunternehmen Scheller existiert seit über 200 Jahren. Farben waren Jahrzehnte das Steckenpferd des Unternehmens, das auch Verbindungen zur Opel-Familie aus Dornholzhausen hatte.

Wer die Räume der Firma Scheller in Ober-Eschbach betritt, könnte meinen, er sei in einem Baumarkt. Hohe Regale säumen die Gänge, gefüllt mit Farben, Tapetenbüchern, Teppichmustern und Kleinigkeiten wie Pinseln. Aber mit einem normalen Baumarkt hat „Farben Scheller“, wie das Unternehmen oft genannt wird, nicht wirklich viel zu tun. Es handelt sich um einen Fachmarkt für Farben, Tapeten, Böden und Werkzeuge. Das Familienunternehmen existiert seit über 200 Jahren.

Die Suche nach einem traditionellen Unternehmen aus Bad Homburg führt früher oder später nach Ober-Eschbach. Dort, am Massenheimer Weg, ist seit 1998 die Kurt Scheller GmbH & Co. KG, so der offizielle Name, zu Hause. Gegründet wurde der Betrieb aber 1808, als Johannes Scheller an der Neumühle am Dornbach begann, Bleiweiß herzustellen. Das ist ein giftiges, aber damals nachgefragtes Pigment, um Hauswände dauerhaft zu weißen. Ein Vorläufer der Wandfarbe also.

Farben waren dann Jahrzehnte das Steckenpferd des Unternehmens, das auch Verbindungen zur Opel-Familie aus Dornholzhausen hatte. Sophie Opel war eine geborene Scheller, die Enkelin des Firmengründers. Und auf dessen Sohn – Sophies Vater – geht die Gründung des Reichspostbitters zurück. Viel mehr Lokalgeschichte geht also nicht.

Doch mit der Art der Produktion von früher hat das heutige Geschäft nichts mehr zu tun. Vier Maschinen mischen „jeden nur denkbaren Farbton“, erklärt Jens Wiemers, Geschäftsführer in der nunmehr siebten Generation.

Beim Rundgang zeigt er besonders stolz auf die rund 3000 Tapetenbücher, aus denen die Kunden auswählen können.

Diese unterscheiden sich ebenfalls vom Publikum in einem gewöhnlichen Baumarkt. „Zu uns auch kommen auch Privatleute“, so Wiemers, „aber vor allem Handwerker, Profis also.“ Die Betriebe sind zum Teil auch schon in der dritten Generation Stammkunden, sie schätzen vor allem die hohe Qualität der Waren, „auch wenn es hier teurer ist als in Baumärkten“, gibt Wiemers zu.

25 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, sind derzeit beschäftigt. Sie beraten die Kunden bei Fragen zum Thema Trockenbau, Innenausbau oder Anstrich, eine Dame macht das nun seit über 50 Jahren.

Ganz viel Tradition eben. Um die Zukunft macht sich Jens Wiemers keine Gedanken. Seine Kinder sind noch jung, aber die Nachfolge – „kriegen wir hin“.

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