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Schach matt in Kirdorf

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Schachspieler aus der ganzen Rhein-Main-Region treffen sich am Wochenende in Kirdorf.
Schachspieler aus der ganzen Rhein-Main-Region treffen sich am Wochenende in Kirdorf. © dpa

Während der Rhein-Main-Open verwandelt sich das Bürgerhaus Kirdorf bis Sonntag in ein Mekka der Schachspieler. Von Anton J. Seib

Von Anton J. Seib

Draußen im Foyer geht es wuselig zu, doch drinnen im großen Saal des Kirdorfer Bürgerhauses herrscht gedämpfte Ruhe. Und das ist gut so, denn die Schachspieler brauchen höchste Konzentration. 214 Freunde des königlichen Spiels kämpfen noch bis Sonntag um die Krone der Rhein-Main-Open, vom jugendlichen Amateurspieler bis zum Großmeister. "Hier haben selbst Anfänger Gelegenheit, gegen bekannte Schachgrößen zu spielen", sagt Paul Lenhart, der Vorsitzende des ausrichtenden Schachclubs Bad Homburg.

Der Softwareentwickler, der seit seiner Kindheit dem Spiel der Könige verfallen ist, ist gerade dabei, auf der Bühne die Namensschilder zu sortieren. Es ist eine Menge Arbeit, ein solch großes Turnier zu organisieren. Heute helfen Computer dabei, den Spielplan aufzustellen und die Ergebnisse zu verwalten. Die Spieler indes müssen sich immer noch auf ihr Gehirn verlassen. Die Hilfe von Schacomputern ist verpönt - auch für die Analyse gespielter Partien. Dafür stehen im Nebenraum einige Bretter mit den 64 schwarzen und weißen Feldern bereit.

An ihnen sitzt auch Heddin Steingrimsson, ein veritabler Großmeister aus Island. Oder Gerald Hertneck. Auch er Großmeister und damit der höchsten Klasse zugehörig. "Das ist wie wenn Lukas Podolski oder Miro Klose kämen", zieht Lenhart einen Vergleich zum Fußball.

Zwischen ihnen sitzt auch Jonas Lenz, einer der Nachwuchsspieler des Homburger Schachclubs. Der 14-Jährige, der keinerlei Scheu vor den Großen des Metiers hat, kann trotz seiner Jugend auf eine lange Erfahrung zurückblicken.

Schon als Fünfjähriger saß er mit dem Großvater am Brett. "Das hat Spaß gemacht", sagt der Humboldtschüler. Auch weil er immer häufiger gewonnen hat. Jonas entspricht so gar nicht dem Klischee des Stubenhockers, der nur auf s Matt konzentriert ist. "So gut spiele ich nicht, dass ich später davon leben könnte", sagt der 14-Jährige. Und so macht er das, was viele seines Alters tun. Kumpels treffen, Volleyballspielen, am Klavier sitzen. Das findet der Vorsitzende auch gut so. "Die jungen Leute sollen ihre Fähigkeiten nicht nur für Schach nutzen", sagt Lenhart.

85 Mitglieder zählt der Bad Homburger Schachlub, einer der größten in Hessen. In der Kindergruppe kümmern sich drei Betreuer um 30 Jungen und Mädchen, Tendenz steigend.

Die Rhein-Main-Open veranstaltet der Club seit 2004, zuvor war Frankfurt Austragungsort. Erfolgreichster Teilnehmer war Igor Khenkin, der zweimal den Titel holte.

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