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Sauna sprengt den Kostenrahmen

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Um Geld zu sparen, soll das geplante neue Hallenbad ohne Wellness-Bereich gebaut werden. Darauf haben sich Magistrat und Bau- und Umweltausschuss in Oberursel verständigt.

Von Anton J. Seib

Das neue Oberurseler Hallenbad soll zunächst ohne Sauna gebaut werden. Das schlägt der Magistrat vor, und die Stadtverordneten sind dem Vorschlag gefolgt – zumindest im Bau- und Umweltausschuss. Dessen Mitglieder stimmten dem abgespeckten Konzept mit großer Mehrheit zu.

Hintergrund ist ein Beschluss der Stadtverordneten aus dem Jahr 2008, für den Neubau von Frei- und Hallenbad eine Kostenobergrenze von 15 Millionen Euro einzuhalten. Aktuelle Schätzungen des Bauamts für Schwimmhalle samt Schwitzkabinen hatten indes Kosten von 16,3 Millionen Euro ergeben. Die Version ohne Sauna würde nur 14,7 Millionen Euro kosten, der Kostenrahmen wäre also eingehalten.

„Schade“, meint Bürgermeister Hans-Georg Brum, „eine Saunalandschaft mit Blick auf die Frankfurter Skyline und auf der anderen Seite auf den Taunus wäre eine Attraktion und ein Alleinstellungsmerkmal.“

Die jetzige Entscheidung bedeutet aber kein endgültiges Aus für die Sauna. Das Hallenbad wird so errichtet, dass ein nachträglicher Einbau problemlos möglich ist. Leitungen und Anschlüsse würden verlegt, bei einer späteren Nachrüstung müsse nicht in die Bausubstanz eingegriffen werden, so Brum.

„Vielleicht ergibt die Ausschreibung, dass wir das günstiger bauen können, dann wäre Geld für die Sauna frei“, so Brums Hoffnung. Wenn nicht, könne sie auch nachträglich eingerichtet werden. Das wäre auch aus finanziellen Gründen von Bedeutung, denn die Einnahmen aus dem Saunabetrieb würden erheblich dazu beitragen, die Kosten für den Badebetrieb zu decken.

Keine Chance im Ausschuss hatte die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) mit ihrem Vorschlag, statt eines Neubaus das alte Hallenbad zu sanieren, um so Geld zu sparen.

Sportplatz muss weichen

Dem Beschluss vom Donnerstag war eine intensive Beratungsphase vorausgegangen, in der die Fraktionen eigene Einsparvorschläge gemacht hatten, die in den jetzigen Kompromiss mündeten. Die letzte Entscheidung fällen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 16. Dezember.

Eng mit dem Schwimmbadbau verbunden ist die Zukunft des Altkönigsportplatzes. Das Gelände soll nach dem Willen der Parlamentsmehrheit in Bauland umgewandelt werden, die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf in die Finanzierung der Bäder fließen. „Wir brauchen das Geld, wir wollen den Schwimmbadbau solide finanzieren“, sagt Brum.

Bis zuletzt hatte die SPD versucht, den Sportplatz zu erhalten. Stattdessen sollte der ehemalige Schwimmbadparkplatz am Steinmühlenweg zum Baugebiet werden. Das lehnte der Ausschuss mit knapper Mehrheit ab.

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