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Saubere Energie fürs Gartenfeld

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Von: Andrea Herzig

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Viel Energie für viele Menschen im Stadtteil Gartenfeld.
Viel Energie für viele Menschen im Stadtteil Gartenfeld. © Renate Hoyer

Neuer Schub für die Energiewende: Die Stadtwerke Bad Homburg wollen das Heizwerk im Stadtteil Gartenfeld zu einem modernen Blockheizkraftwerk umbauen.

Der grüne Oberbürgermeister Michael Korwisi freut sich. Wieder was für die Energiewende und die gute Luft im Heilbad Bad Homburg getan. Die Stadtwerke sanieren ab Oktober die alte Energiezentrale im Stadtteil Gartenfeld und die dazugehörigen Leitungen. Außerdem haben die Stadtwerke einen Vertrag mit der GWH Wohnungsgesellschaft, der rund 40 Prozent oder 420 Wohnungen in dem Gebiet gehören. In Zukunft, der Vertrag läuft 20 Jahre, wird das Heizwerk von den Stadtwerken betrieben.

Und das ist gut so, finden alle Beteiligten bei der Vorstellung der neuen Kooperation im Rathaus. Die GWH hatte das Projekt ausgeschrieben, ein alter Vertrag war gekündigt worden. Die Stadt, berichtet Korwisi, sei schon in Vorleistung gegangen und habe eine Fernwärmeleitung neu verlegt. Ab Oktober geht es an die Sanierung des Kraftwerks und nach und nach auch an die der Leitungen, die aus den 60er und 70er Jahren stammen. Mit neuen Rohren, erklärt der OB, ließen sich 40 Prozent Leitungsverlust einsparen. Dazu komme eine verminderte Belastung durch Feinstaub, Stickstoffoxide und CO2.

Preise sollen nicht steigen

Das Heizkraftwerk soll nämlich zu einem Blockheizkraftwerk (BHKW) umgebaut werden. Es wird in einem ersten Schritt auf Gas und dann auf Bio-Gas umgestellt, das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird, zum Beispiel Mais-Silagen, Gülle oder Stroh. Das erklärt Ralf Schrodter, Direktor der Stadtwerke.

Vor Jahresende, verspricht er, werde der Umbau des Kraftwerks vollendet sein, drei Millionen Euro werden investiert. „Das ist richtig innovativ“, freut sich der Fachmann und erklärt noch mal das Prinzip: In dem Kraftwerk werde ein Teil der gewonnenen Wärme in Strom umgewandelt und ins Netz gespeist. Die Stadtwerke, die unter anderem bereits an der Kläranlage ein BHKW betreiben, steigen also auch als Stromproduzenten ein.

Und dann wäre da noch die wirtschaftliche Seite. Zu vernünftigen Preisen, sagt Wirtschaftsingenieur Schrodter, werde man ,Energie anbieten, „auf keinen Fall teuerer als vorher“, verspricht er. Kunden werden auch zwangsläufig die Bewohner jener Einfamilienhäuser im Gartenfeld, die nicht im Besitz der GWH sind. Beim System Fernwärme gibt es bislang nur einen Anbieter.

Die gute Vor-Ort-Lösung hatte zuvor schon Michael Haack, Geschäftsführer der Wohnbaugesellschaft Hessen gelobt. „Nah und immer da“, zitierte der OB den Werbeslogan der Stadtwerke.

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