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Rom lebt! Und wir mittendrin! Zumindest auf 3-D. Kulturmanagerin Maren Allmers probiert´s mal mit dem Tiger.
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Rom lebt! Und wir mittendrin! Zumindest auf 3-D. Kulturmanagerin Maren Allmers probiert´s mal mit dem Tiger.

Freizeittipp

Saalburg lädt zum Mitmachen ein

  • Torsten Weigelt
    VonTorsten Weigelt
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Im Römerkastell Saalburg startet unter dem Titel "Rom lebt! ? und wir mittendrin" eine Sonderausstellung zum Mitmachen.

In einer Arena mit einem Tiger kämpfen, als römischer Arzt Zähne ziehen oder sich in einer antiken Therme entspannen – all das können die Besucher der neuen Sonderausstellung „Rom lebt! … und wir mittendrin“ ab dem heutigen Freitag auf der Saalburg. Jedenfalls virtuell. Auf 19 großen Schauwänden sind Szenen aus dem Alltag römischer Zivilisten und Soldaten zu sehen – vom Marktbesuch über ein Weingelage bis hin zur Latrinensitzung. Wer möchte, kann sich in das gemalte Geschehen integrieren und dabei fotografieren lassen oder für ein Selfie posieren.

„Man wird so vom bloßen Betrachter zu einem Teil der Ausstellung“, sagt Museums-Direktor Carsten Amrhein. Damit wolle man auch den veränderten Gewohnheiten der Saalburg-Besucher Rechnung tragen. Gerade Schüler, das wichtigste Klientel in dem rekonstruierten Römerkastell, hätten ihr Handy ohnehin immer griffbereit.

Wer möchte, kann die in der Ausstellung entstandenen Fotos ganz klassisch in eine Art Sammelalbum einkleben. Klares Ziel sei es aber auch, dass sie via Internet in den sozialen Netzwerken eine möglichst große Verbreitung finden, wirbt Amrhein, etwa über die Facebook-Seite der Saalburg. Als Motivationshilfe schreibt das Museum sogar einen kleinen Wettbewerb aus: Für die drei originellsten, außergewöhnlichsten oder lustigsten Bilder gibt es Preise zu gewinnen.

Amrhein sieht in der neuen Ausstellungsform kein Anbiedern an den Zeitgeist, sondern eine Fortsetzung „der guten alten Saalburg-Tradition“. Schon mit dem Wiederaufbau des Römerkastells im späten 19. Jahrhundert sei das Ziel verbunden gewesen, die Antike erlebbar zu machen.

Und auch „posten“ sei keine völlig neue Erscheinung. Anfang des 20. Jahrhunderts hätten die Besucher dazu das damals modernste Medium verwendet – die Postkarte. Wegen des großen Interesses hatte die Saalburg sogar eine eigene Poststelle. Diese habe seinerzeit bis zu 60 000 Karten pro Jahr in alle Welt verschickt, so Amrhein.

Für das Erstellen der Schauwände mit 3D-Effekt waren Karsten Stingl und Maren Allmers mit ihrem Gemeinschaftsprojekt „Tricture“ verantwortlich. Es sei bereits ihre vierte Schau in dieser Form, erläutert Stingl, der sein Büro in Königstein hat. In den vorherigen Ausstellungen sei es etwa um Dinosaurier oder den Bergbau gegangen. „Die Leute werden wahnsinnig kreativ“, hat Maren Allmers festgestellt. Zwar legen die Schauwände dem Besucher eine bestimmte Position nahe, etwa als Standartenträger bei einem Legionärsmarsch. Doch man könne genauso gut so tun, als blättere man eine Seite um oder drücke einem der Legionär einen Kuss auf den Mund.

Dabei hätten nicht nur Kinder ihren Spaß. „Auch Rentnergruppen machen mit“, versichert Allmers. Die Wände seien mit Lack überzogen, so dass es kein Problem sei, wenn die Besucher sie berühren. Bislang seien alle pfleglich damit umgegangen. „Wir haben noch keine negativen Erfahrungen gemacht“, betont Stingl. Die Saalburg ist nicht die erste Station. Die Schau war bereits im Varusschlacht-Museum in Kalkriese und dem Kelten- und Römermuseum in Manching zu sehen. Konzipiert hat sie die Saalburg in Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim.

Bei den Schauwänden handelt es sich um großformatige Ölgemälde auf Leinwand, die von zwei Künstlergruppen in Bayern und China gemalt worden sind, erläutert Karsten Stingl. Dabei sei jedes inhaltliche Detail mit den Wissenschaftlern der Saalburg abgestimmt worden. So hätten sie etwa verhindert, dass auf der Darstellung eines Marktstandes Paprika zu sehen sind – die gab es in der römischen Antike nämlich nicht.

Zudem wird jedes der Schaubilder mit einem archäologischen Fund kombiniert, der in einer Vitrine daneben steht. So kann man sich zur Darstellung eines antiken Zahnarztbesuchs auch eine originale Dentisten-Zange ansehen, die auf dem Gelände der Saalburg gefunden worden ist. Darüber hinaus tauchen die archäologischen Fundstücke auch als Darstellungen in den Gemälden auf.

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