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Rodelbahn-Investor antwortet

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Von: Olaf Velte

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Josef Wiegand ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Rodelbahnen. Weltweit hat er über 400 Anlagen verkauft. (Archivfoto)
Josef Wiegand ist Weltmarktführer bei der Herstellung von Rodelbahnen. Weltweit hat er über 400 Anlagen verkauft. (Archivfoto) © dpa

Die Diskussion um die geplante Sommerrodelbahn in Schmitten ist in vollem Gange: Investor Wiegand hat auf die Fragen des Vereins Feldberginitiative geantwortet - doch vieles bleibt unklar.

Investor Josef Wiegand hat geantwortet – doch wichtige Fragen zur geplanten Sommerrodelbahn im Gemeindegebiet Schmitten sind weiterhin offen. Der Verein Feldberginitiative wollte im Rahmen seiner „Transparenzoffensive“ wissen, wie es um Kosten, Verkehr und Natur bestellt ist: Ende Februar wurde ein umfangreicher Fragenkatalog nach Rasdorf zur Josef Wiegand Ski & Rodel e.K. auf den Weg gebracht.

In den vergangenen Wochen haben sich Befürworter und Gegner des Projekts in Stellung gebracht – eine Diskussion, die mittlerweile das gesamte Taunusgebiet erfasst hat. Hintergrund ist auch die weitere touristische Entwicklung in der hoch gelegenen Region rund um den Großen Feldberg. Laut Wiegand, der als Bahnbetreiber auf den Plan treten will und deutscher Marktführer in diesem Segment ist, soll die Rodel-Abfahrtsstrecke dem früheren Skihang der Nordbahn folgen. Bergauf sei die ehemalige Trasse des Skilifts vorgesehen. Je nach Verlauf der Kurven könne die Bahn bis 1200 Meter lang werden.

Wie viele Bäume für Bau und Parkraum fallen müssen, bleibt weitgehend im Dunklen. Die Initiative fordert deshalb die Offenlegung des Umfangs möglicher Eingriffe in die Natur. Zum strittigen Punkt Parkplatzkapazität beharrt Investor Josef Wiegand darauf, dass die bereits vorhandenen Stellflächen für 200 Autos und fünf Busse ausreichen würden. Bei dem Verein stößt diese Aussage auf Unverständnis, gerade wegen des großen Einzugsgebiets rund um die Rhein-Main-Region.

Keine Kosten für die Gemeinde

Generell sieht Wiegand keine hohe Verkehrsbelastung durch den Betrieb einer ganzjährigen Rodelbahn. So sei eine einzelne Bahn weniger attraktiv als ein Standort mit angereicherter Infrastruktur. „Deshalb ist auch das Gezetere wegen Verkehrskollaps und Blechlawine absoluter Schwachsinn“, sagt er. Ob weitere attraktive Freizeitangebote am Rande der Rodelroute entstehen sollen, ist unklar. Der Unternehmer kündigt lediglich eine Schaukel und einen Sandkasten an. Es müsse sichergestellt werden, so der Schmittener Verein, dass aus einer Sommerbahn kein Freizeitpark mit Jahrmarktcharakter erwachse.

Der Gemeinde Schmitten sollen keine Kosten aus dem Projekt entstehen. „Dies bezieht sich insbesondere auf das notwendige Bebauungsplanverfahren“, so Unternehmer Wiegand. Falls jedoch unnötige Kosten wie eine Abbiegespur oder dergleichen veranschlagt werden würden, müsse das Ganze überdacht werden.

Indessen haben sich auch die Hochtaunus-Linken zu Wort gemeldet. Die Partei favorisiert den sogenannten „sanften Tourismus“ und fordert: „Der Feldberg darf nicht zum Juxplatz werden.“ Natur-Erholung und Nervenkitzel seien nicht zu vereinbaren. Die Kommunalpolitik müsse eigene Konzepte entwickeln.

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